Deshalb haben sich Juristen coachen lassen… (1)

… ok, ok… Sie wollen also Fakten, Stories, Hintergründe – Field Studies:

Gut. Kann ich nachvollziehen.

In meiner Arbeit als Coach für Juristen und Anwälte bei CLP – Coaching for legal professionals – habe ich nun seit einigen Jahren mit Kollegen zu tun, die sich mit Hilfe eines Coaches weiterentwickeln oder Dinge, die sie seit langem vor sich herschieben, endlich in Angriff nehmen wollen… Die endlich diese „gläserne Decke“ durchbrechen wollen, die sie daran hindert voran zu kommen. Oder die einfach diesen inneren Schweinhund oder die emsigen Stimmchen im Kopf, die sich immer dann einschalten, wenn es um eine bestimmtes Thema geht, bezwingen möchten…

Die Themen, das können Sie mir glauben, sind so vielfältig wie das Leben und so individuell wie jeder einzelne. Und einige Themen kommen immer wieder vor…

Doch first things first:

Vorausschicken möchte ich, dass ich selbstverständlich alle „Field-Studies“ so verfremdet und anonymisiert habe, dass ich meiner Schweigepflicht meinen Coachees gegenüber entsprochen habe. Sollten dennoch Ähnlichkeiten auftreten, sind diese rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Bevor ich hier also aus dem Nähkästchen plaudere und über die Dinge erzähle, die meinen Coachees wirklich am Herzen liegen – denn genau DAS sind die Themen, an denen wir arbeiten – möchte ich mit meiner eigenen Erfahrung beginnen.

Als deutsche, promovierte Unternehmensjuristin zog ich für drei Jahre in die U.S.A. – und zwar als sogenannte „Spouse“, auf gut deutsch „mitreisende Ehefrau und Mutter ohne visumsrelevanten Arbeitsvertrag“. Der Plan war, mich schnell um eine Anstellung als Juristin oder Anwältin zu bemühen und meine Vita mit berufsrelevanter Auslandserfahrung entsprechend aufzupeppen. Immerhin gibt es in der USA viele Kanzleien und Unternehmen, ja selbst Organisationen, die international und insbesondere mit Deutschland arbeiten und deshalb doch dringend eine deutsche Juristin benötigen sollten. Tatsächlich kam es natürlich anders: Die Umstellung unserer fünfköpfigen Familie mit drei Schulkindern nahm mehr Aufmerksamkeit in Anspruch als mir lieb war. Als deutscher Ausländer durften wir kein Au pair o.ä. zur Unterstützung anstellen. Ich hatte nur eine eingeschränkte Arbeitserlaubnis und Detroit war inmitten der Automobilkrise schlicht nicht der Ort zu dieser Zeit, einen neuen Arbeitsvertrag abzuschließen – Detroit entließ und schickte bestenfalls nach Hause. Hinzu kam, dass der sogenannte Expatblues auch mir zusetzte: davon, sich im Englischen und erst recht amerikanisch korrekt, business-like, angemessen und diplomatisch auszudrücken – wie ich das als deutsche Juristin gewohnt war – war ich Lichtjahre entfernt. Alle meine Bewerbungen und Anfragen wurden monatelang abschlägig beschieden. Natürlich hatte hier niemand auf mich gewartet. Und außerdem wurde mir mit aller Schlagkraft bewußt, dass mein eigenes Aufenthaltsrecht in diesem Land und mein Recht, mit meinen Kindern zusammen zu sein, plötzlich von meiner funktionierenden Ehe abhingen, die ohnedies nun still und heimlich zum deutschen Traditionsmodell, der Hausfrauenehe, mutiert war, einem Zustand, der für mich noch in Deutschland unvorstellbar erschienen war.

Was also tun? Zurück nach Deutschland flüchten und als Erfahrung verbuchen? Die Situation annehmen und die nächsten drei Jahre mit Capuccino, Shoppen und Parties verbringen? Den Ehemann, der einem das alles eingebrockt hatte, umbringen – oder zumnindest das Leben ebenso zur Hölle machen und seine Ehe riskieren?

Ich probierte alles aus – und schließlich einen Coach. Was mehrere Leben rettete!

In den USA sind auf Anwälte und Juristen spezialiserte Coaches weit verbreitet: die Konkurrenz unter den Kollegen, die „Time-is-money“ – Mentalität und die Offenheit, professionelle Hilfe schlicht in Anspruch zu nehmen, wenn man sie braucht, war meine erste wichtige Lektion im fernen Amerika.

Nun, was soll ich sagen: mein Coach half mir bei der Beantwortung der Frage: Was also tun? – und zwar innerhalb weniger Wochen. Und er begleitete mich auch bei der Umsetzung.

And to say it in a nutshell: Am Ende waren wir vier Jahre in Detroit. Es waren für mich und für meine Familie die schönste Zeit unseres bisherigen Lebens. Ich habe als Anwältin und Juristin viele der internationalen, deutschen und österreichischen Expatriates privatrechtlich beraten und begleiten und DIE Automobilkrise aus nächster Nähe professionell und persönlich erfahren dürfen. Und ich habe niemals zuvor als Juristin und Anwältin so viel Anerkennung und Befriedigung in meiner Arbeit gefunden.

Hätte ich das auch ohne Coach erfahren? Vielleicht.

Vielleicht aber auch nicht – denn mein sorgfältig erlernten und mitgebrachten Verhaltensmuster aus Deutschland, die mir dort das „Überleben“ gesichert hatten, waren sehr stark. Die wertvollste Erfahrung für mich aber war, meine Muster überhaut kennenzulernen! Bis dahin hatte ich nicht einmal gewußt, dass ich diese besaß.

Brauchen Juristen also einen Coach? – Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus muss ich sagen JA. Denn er hat mir viele schmerzhafte Erlebnisse, Zeit und Energie gespart bei der Verwirklichung meiner Träume. Wichtig war dabei aber insbesondere, dass mein Coach „vom Fach“ war – denn das juristische Studium und der juristische Abschluss sind sicherlich eines der ganz wenigen, die nicht ohne weiteres in jedem Land auf der Welt einsetzbar sind. Welcher Nichtjurist versteht das schon in seiner vollen Tragweite…

Anderen Juristen geht es mit anderen Themen ähnlich. Lesen Sie darüber in den folgenden Beiträgen!

Bleiben Sie also dran! Und stimmen sie mit ab! Oder besser noch: kommentieren Sie meine  Beiträge!

Ich bin gespannt auf Ihre  Meinung!

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

PS: Wenn Sie mehr über mcih und „Coaching for legal Professionals“ erfahren möchten, besuchen Sie mich auf meiner Webseite unter http://www.coachingforlegals.com und abonnieren Sie meinen kostenfreien e-Newsletter hier!

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