Internationaler Tag der Mädchen – Day of the Girl

Empowerment of and investment in girls are key in breaking the cycle of discrimination and violence and in promoting and protecting the full and effective enjoyment of their human rights” (United Nations Resolution 66/170- mehr dazu auf www. dayofthegirl.org)

Heute wird zum dritten Mal der Internationale Tag zur Unterstützung der Gleichstellung von Mädchen begangen. Die Vereinten Nationen bestimmten diesen Tag, um darauf aufmerksam zu machen, dass trotz aller Fortschritte in den letzten Jahren und Jahrzehnten wir immer noch weit davon entfernt sind, dass Mädchen die gleichen Rechte und Voraussetzungen für ein glückliches Leben haben wie Jungen – Damit wir uns immer daran erinnern, dass wir noch nicht am Ende des Weges angekommen sind. Damit das Thema Gender Diversity weiter diskutiert wird.

„Women are the world’s most underused resource.“ Hillary Rodham Clinton

Anlass genug, es auch hier zum Thema zu machen:

Würden Sie Ihrer Tochter, ihrer Schwester, Ihrer Nichte empfehlen, Anwältin zu werden? Würden Sie sie ermutigen, im Jurastudium zu den Besten zu zählen, um Richterin oder Staatsanwältin zu werden? Würden Sie Eigenschaften wie Kämpfertum, Streit- und Diskutierfreude, Führungsanspruch bei ihr fördern und unterstützen?

Und fragen Sie sich manchmal, ob der Fall anders entschieden worden wäre, wenn statt der Richterin ein Richter entschieden hätte oder wenn statt des Anwaltes auf der Gegenseite eine Anwältin gestanden hätte?

Ist es ein Unterschied, ob man Jurist oder Juristin ist? Man möchte meinen „nein“ – es stehen sowohl Frauen als auch Männern die Türen der juristischen Fakultäten offen. In der Tat studieren heute ebenso viele Männer wie Frauen Jura bzw. Jus. Doch das ist erst seit ca. 65 Jahren möglich! Obwohl das juristische Studium eines der ersten an den alten Universitäten neben Medizin und Mathematik war, wurde es Mädchen erst nach langen Kämpfen in den 20er Jahren des 20.Jahrhunderts gestattet, was jedoch durch die Nationalsozialisten nur wenige Jahre später faktisch wieder aufgehoben wurde. So ist es also erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, seit den 50er Jahren möglich, dass sowohl junge Männer als auch Frauen Juristen werden, also erst seit 65 Jahren. Hatte dies Einfluss auf den juristischen Beruf und wenn ja welchen? Heißt das, dass nahezu ebensoviele Frauen wie Männer Anwälte, Richter und Wirtschaftsjuristen sind; sich mit dem Generationenwechsel also auch die Juristinnen etablieren konnten? Oder spiegeln die juristischen Berufe ebenso wie die Wirtschaft ein Gender-Ungleichgewicht wieder, so dass hier die nächste Quotenregelung diskutiert werden könnte?

Fakt ist, dass das ausgewogene Verhältnis der Studienabsolventen nur zum Teil im juristischen Beruf abgebildet ist. Fakt ist auch, dass es länderspezifische Unterschiede gibt. Fakt ist aber auch, dass das Thema Gender Diversity gerade in diesem Jahr ein vieldiskutiertes im Zusammenhang mit dem juristischen Beruf ist: So fand im Mai in Berlin durch den DAV erstmals das Forum „Women Leader Today and Tomorrow – Anwältinnen, Unternehmerinnen, Entscheiderinnen“ statt und im September in Washington die Konferenz der Wirtschaftsjuristinnen mit dem Thema „Women, Influence and Power in Law“. Die Anwältinnen des DAV erkämpften im Frühsommer eine freiwillige Verpflichtung der Deutschen Anwaltsakademie zu einer Referentinnenquote von 30% und auf dem Östereichischen Anwaltstag in Hall in Tirol präsentierte sich die neue Arbeitsgruppe des ÖRAK (Österreichischer Rechtsanwaltskammertag) erstmals mit dem Workshop „Jurist oder Juristin – (k)ein Unterschied“. Erfreulich war nicht nur, dass dieser Workshop ausgebucht war, sondern auch, dass es nahezu gleichviele männliche wie weibliche Teilnehmer gab! Grund genug, dieses Thema nun auch mit einer größeren Runde zu diskutieren: Er wird im Dezember kostenlos als einstündiges Webinar (online-Seminar) angeboten werden. Den genauen Termin und weitere Infos bekommen Sie unter www.coachingforlegals.com mit meinem kostenlosen eNewsletter.

Gender Diversity ist also auch bei CLP – Coaching for legal professionals – ein Thema und zwar nicht nur in Workshps und Seminaren: Tatsächlich verzeichneten wir gerade im letzten Jahr einen Anstieg der weiblichen Klientinnen – Juristinnen, Anwältinnen, Studentinnen, die sich Unterstützung holten in ihren ganz persönlichen alltäglichen Herausforderungen. So wie die Studentin, die noch vor dem ersten Staatsexamen sich nicht nur über berufliche Optionen und die jeweilige Vereinbarkeit mit Familie informieren möchte, sondern mit uns ihre ganz persönliche Strategie für ihre Karriere entwickelte, die Erfolg im Beruf und das Erreichen bestimmter Positionen und Titel ebenso einschließt wie Ehe und Kinder. Warum es dem Zufall überlassen und am Ende des Weges feststellen, dass wesentliche Dinge auf der Strecke geblieben sind oder sich die Investition in das erfolgreiche Absolvieren des Studiums am Ende nicht ausgezahlt hat? Oder wie die Anwältin, die erfolgreich in einer Großkanzlei „ihren Mann steht“, jedoch seit Jahren vergeblich versucht, ihr Privatleben damit zu vereinbaren, jedes Wochenende zu ihrem Partner pendelt und ihren Kinderwunsch einfach nicht realisieren kann – ohne medizinische Indikation… Frau-zu-sein, so erzählt sie, hatte sie sich schlicht abgewöhnt.

Jurist oder Juristin  – (k)ein Unterschied?: Wählen Sie sich in mein Webinar, erfahren Sie die aktuellen Fakten und diskutieren Sie mit!

Wie Sheryl Sandberg, COO von Facebook, Aurorin des Bestsellers „Lean In – Frauen und der Wille zum Erfolg“ und Gründerin des Frauennetzwerkes „Lean In“ sagt: „Dies ist erst der Anfang der Debatte… Der Marsch geht weiter… Er zieht durch die Foyers von Regierungen, Unternehmen, Unversitäten, … Anwaltskanzleien, egal ob groß oder klein… und wird erst enden, wenn es keine weiblichen Führungskräfte mehr gibt – sondern nur noch Führungskräfte.“

Ein wichtiges Zeichen ist hierbei die aktuelle Verleihung des Friedensnobelpreises an die 17jährige Malala Yousafzai, die sich trotz Mordanschlag weiter für das Recht auf Bildung für alle Mädchen und Frauen einsetzt. Herzlichen Glückwunsch!

Und nun werde ich es für heute gut sein lassen und mit meinen drei Mädchen hinaus in die Herbstsonne gehen.

Herzlichst,Dr. Geertje Tutschka

PS: Bleiben Sie dran und lesen Sie im nächsten Beitrag endlich die Auswertung unserer Abstimmung!

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