Einmal Bullerbü und zurück, bitte!

Sheryl Sandberg, COO von Facebook und „Superstar der Internetbranche“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sagt:

„Viele Frauen wollten gar nicht an die Spitze, Verantwortung übernehmen und im Rampenlicht stehen.“

Sie fordert deshalb Frauen auf: LEAN IN – Häng Dich rein. Denn Sie ist fest davon überzeugt, dass jede einzelne Frau ihren persönlichen Beitrag zur Gleichstellung von Mann und Frau leisten muss.

Kathrin Wilkens, Jounalistin und Inhaberin von I-Do Hamburg fordert in ihrem aktuellen Artikel auf Spiegel online ebenso:

„Mütter, kommt wieder raus aus Bullerbü!“

Der Artikel erzeugte einen Aufschrei in der deutschen Mütter-Community.

Katja Thiede entgegnet beispielsweise: „Dinkelkekse als Karrierekiller? Einmal Realitätscheck, bitte!“ (nachzulesen auf dem online Magazin EditionF)

Frauen sind keine „kleinen Männer, die Kinder bekommen können“!

Der Feminismus ist kaum 100 Jahre alt und gilt schon als überholt. Mädchen und junge Frauen von heute sind in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass ihnen die Welt offen steht, dass alles möglich sei. Doch das ist ein Trugschluss. Natürlich sind Familie und Kinder überwiegend Aufgabe und Verantwortung der Frau. Und wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind Frauen – die 50 % der Weltbevölkerung ausmachen – in Beruf und Politik längst nicht überall vertreten, oft noch nicht einmal zu einem Drittel. Das Einkommensdefizit von Frauen stagniert seit Jahren: in den meisten Ländern arbeiten Frauen im Vergleich zu Männern spätestens im letzten Drittel des Jahres kostenlos. Und in Wissenschaft und Medizin nimmt man nur langsam und widerstrebend zur Kenntnis, dass das traditionell vorherrschende Konzept, Frauen seien „kleine Männer, die Kinder bekommen können“ nicht nur naiv sondern schlicht falsch ist und Medizin für Frauen grundsätzlich anders funktioniert.

Doch warum schaffen es trotz gleicher Ausbildung, trotz Frauenquote und Ausbau der Kinderbetreuungsplätze immer noch so wenige Frauen an die Spitze? Hat Sandberg am Ende Recht: Wollen wir Frauen gar nicht an die Spitze; wollen wir keinen Erfolg? Bleiben wir lieber in Bullerbü?

Die Neudefinition unserer Rolle als Frau und Mutter war längst überfällig!

Der Aufschrei und die Diskussion, die Artikel zu diesem Thema erzeugen, zeigen, dass wir alle mittendrin stecken in der Neudefinition unserer Rolle als Frau und Mutter. Das war längst überfällig!
Ich glaube allerdings, dass Katjas Standpunkt gar nicht so sehr von Kathrins abweicht – sondern schlicht verschiedene Aspekte desselben Themas besprechen.

Was mir bisher zu kurz kam:

Lasst jeder Frau das Recht, selbst zu entscheiden, wie lange sie in Bullerbü bleiben möchte! Auch in Bullerbü kann man seine Erfüllung und Lebensaufgabe finden; für kurze Zeit oder für immer.
Sonst tappen wir (und gemeint sind dabei vor allem wir Frauen und Mütter!) wieder in die alte Falle, uns gegenseitig zu zerfleischen oder zumindest dafür zu verurteilen, dass wir versuchen unser Leben zu leben. Toleranz heißt hier das Zauberwort. Das sollten wir uns von unseren Männer und ihrem „facettenreichen Rollenmodell“ (wie Kathrin schreibt) abschauen.

Damit es für unsere Töchter später ohne Weiteres heißen kann:

„Eimal Bullerbü und zurück, bitte!“

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Den Beitrag in Spiegel online findet Ihr hier.
Hier findet Ihr den offenen Brief von Katja und meinen Kommentar dazu.

CLP (www.coachingorlegals.com) unterstützt Frauen bei Karriereplanung, Wiedereinstieg und Outplacement. Lesen Sie hier, wie es unsere Klientinnen geschafft haben.

Zurück in die Zukunft!

Wer kennt ihn nicht? Den Film, in dem Martin McFly 1985 mit einem DeLorean in der Zukunft landet, genauer gesagt am 21. Oktober 2015, also heute.

Was damals in unvorstellbar weiter Ferne lag, ist heute Realität. Oder konnte sich einer von Euch damals vorstellen, was er am 21.10.2015 machen würde, wie sein Leben aussehen würde?

Gerade noch den Film angeschaut – und schwups – ist es dreißig Jahre später! Und wir alle sind mitten drin in der Zukunft. Sitzen am Schreibtisch und lesen Blogs, Juristen-Blogs! Wär hätte das gedacht. – Immerhin hatte Martin noch seinerzeit nur mit den Schultern gezuckt, als „Doc“ nebenher erwähnte, dass es „nun“ im Jahr 2015 keine Anwälte mehr gibt und die Gerichte so effizient und schnell wären wie nie zuvor.

Gerade noch haben wir uns mit Lehrern rumgeschlagen, die mit Matura- und Abituranforderungen nervten; saßen in Uni-Hörsälen, bohrten in der Nase und kämpften gegen eine übermächtige Müdigkeit an, während wir uns schworen, nie wieder mitten in der Woche mit den Kumpels abzuhängen oder zumindest dann nicht am nächsten Morgen schon um neun im Hörsaal zu sitzen. Vielleicht hast Du Dich 1985 auch schon in irgendeinem kleinen Zimmerchen direkt neben der Teeküche durch Berge von verstaubten Akten gewühlt, während Du Dich gefragt hat, warum in aller Welt Du Jura studiert hast oder wann Dir endlich ein Fall wie in „Die Firma“ unterkommen würde. Ach ja, den gab es ja damals noch gar nicht – erst acht Jahre später!

Es gab noch zwei deutsche Staaten, zwei Rechtssysteme und zwei Arten von Juristen: diejenigen in Westdeutschland und den politischen Beruf des ostdeutschen Anwalts.

Heute, 30 Jahre später, gibt es nur noch ein Deutschland und eine juristische Ausbildung. Die Zahl der Anwälte hat sich von 40.000 im Jahre 1985 auf 163.000 vervierfacht. Der rasanteste Anstieg erfolgte in den zehn Jahren nach der Wiedervereinigung: von 1990 bis 2000 hat sich die Zahl von 56.000 auf 104.000 nahezu verdoppelt. Dabei ist sicherlich der Zuwachs durch die neuen Länder zu berücksichtigen, so dass sich die Mandantenzahl pro Anwalt in dieser Zeit nicht ohne weiteres halbiert hat (s.Statistik). Heute stellen wir uns als Berufsstand den Herausforderungen der Digitalisierung. Das beA ab dem Jahr 2016 wirbelt den fein konservierten Staub auf den Arbeitsprozessen und Standards in Gerichten und Kanzleien ganz ordentlich auf: ein frischer Wind bläst durch die Branche. Die AdvotTec auf dem jährlichen DAT boomt, Kanzlei – IT wird vielfältig und individuell und Themen wie Innovation und Start-up sind auch für Kanzleien kein Fremdwort mehr. Und der juristische Beruf ist heute insgesamt weiblicher geworden: Schon in den 90er Jahren entsprach der Frauenanteil in den rechtswissenschaftlichen Studiengängen nahezu 45 %. Heute sind diese Frauen in der Praxis angekommen, wenn auch noch nicht überall in den Entscheidungspositionen, Kanzlei-Partnerschaften, Spitzenverdienerreihen und Berufsvereinsvorständen. Aber es wird!

Nach dieser Entwicklung bin ich schon jetzt auf den 21.10.2045 gespannt! Den wir alle hoffentlich noch erleben werden. Auf dem Stuttgarter Wissensforum am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit, Deutschlands führenden Zukunftsvisionär Sven Gabor Janszky von „2b AHEAD“ life zu erleben. Wie er unsere unsere Branche sah?

Hier ein Auszug aus seiner Trendstudie zum Kundenverhalten 2020:

„Heute sind die Kunden von morgen gerade mal 17 Jahre alt. Im Jahr 2020 werden die Menschen zur gleichen Sekunde über Handy, Spielekonsole, ICQ, studiVZ im Hintergrund MP3s hören und evtl. läuft der Fernseher auch noch. Man trifft sich mit seinen Communities und entscheidet darüber, ob Marken relevant sind oder nicht. Die Vernetzung des Konsumenten hat die Machtverhältnisse verschoben. Der Konsument vertraut mehr denn je seinen Wahlverwandtschaften. Interagiert und kommuniziert wird mit anderen Menschen. Der Weg zum Kunden führt daher verstärkt nicht mehr über Werbemedien – sondern über seine Beziehungen. Produktdifferenzierungen finden vorrangig in immateriellen Dimensionen statt – nicht in technischen Details und Preis. Die Bedürfnisse des Konsumenten sind sozialer und emotionaler Art: Anerkennung, Zugehörigkeit, Vertrauen, Orientierung. Die wichtigsten zukünftigen Innovationen finden im Servicebereich statt. Spezialistenwissen wie bei Ärzten und Anwälten wird an Bedeutung verlieren“ – so seine ausdrückliche Mahnung in Stuttgart.

Was heißt das für Anwaltskanzleien? Rechtsinformationen werden für jeden immer und überall kostenfrei abrufbar sein. Ein Besprechungstermin mit dem Anwalt in einigen Tagen? Viel zu lang. Kanzleien werden sich auf das Kunden-/Mandantenverhalten einstellen und ebenso flexibel, online und rund um die Uhr reagieren, zumindest mit automatisierten Prozessen. Mandantenakquise wird daher in den Hintergrund treten; Pflege nachhaltiger Mandantenbeziehungen hingegen in den Fokus rücken müssen. Wichtig aber ist dabei: Kanzleien müssen eine Servicekultur entwicklen. Und eine menschliche Identität. Nur damit sind ihre Leistungen unterscheidbar und nur dann bedienen sie Mandantenbedürfnisse.

Fachweiterbildungen und Fachanwaltsspezialisierungen? Austauschbar! Kann  der Anwalt gegenüber der Wissens-Konkurrenz aus den online-Foren hier tatsächlich standhalten? Und wodurch genau unterscheidet sich der Fachanwalt für Verkehrsrecht vom Kollegen um die Ecke, ebenfalls Fachanwalt für Verkehrsrecht? Was uns als Anwälte unverwechselbar macht und unsere Mandanten an uns binden wird, wird unsere Persönlichkeit sein.

Akquise durch Kanzleimarketing und Entwicklung von Kanzleimarken? Kann schmückendes Beiwerk sein. Aber am Ende des Tages können wir nur persönlich überzeugen. Ein knackiger Slogan oder eine Corporate Identity in dunkelblau wird den Mandanten nicht die emotional Anerkennung und Zugehörigkeit vermitteln können oder Vertrauen und Orientierung geben.

Die Prognose für den Anwaltsmarkt hört sich für mich nach den „guten alten Zeiten“ an: als der Mandant nämlich zum Anwalt kam, weil der schon immer allen helfen konnte, ein echt super Typ war und in der  Gemeinde diese ein, zwei Projekte wirklich zum Laufen gekriegt hat.

Zurück in die Zukunft. So schnell wie die ersten 30 Jahre vergangen sind, werden auch die nächsten vergehen. So manche Prognose wird nicht oder nicht so eintreten. Doch schon heute in uns und unsere persönliche Entwicklung zu investieren wird sich so oder so auszahlen: auch wenn wir am Ende einfach nur als Jurist glücklich sind.

In diesem Sinne – Zurück in die Zukunft. Zurück an die Arbeit. Zurück an den Schreibtisch!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Die besten Filmszenen findet Ihr übrigens auf Zeit online (hier). Und keine Sorge – die Tagesschau hat tatsächlich die Filmnachrichten gelesen (mehr dazu hier) – die richtigen Nachrichten „aus der Zukunft“/von heute gibt es heute Abend zur gewohnten Zeit 🙂

Achtung! Achtung! Hier kommt unsere „Zurück in die Zukunft-Aktion“:

In Kürze beginnt bei CLP (www.coachingorlegals.com) eine besondere Gelegenheit, schon jetzt in Seminare, Workshops und Coachings für Anwälte und Juristen für 2016 zu investieren: jetzt buchen und ganz entspannt 2016 an den für Sie passenden Terminen Ihre persönliche Weiterbildung absolvieren! Mehr dazu unter www.CLP-JurBiz.de ab Freitag oder über unseren eNewsletter.

Da geht noch was!

Vor knapp sechs Monaten habe ich mir eine sechswöchige Auszeit auf den sozialen Netzwerken gegönnt und nun das: ab heute bin ich nicht nur bei Xing und LinkedIn, Facebook und WhatsApp sondern auch auf Twitter!

Ist das ein Rückfall? Bin ich nun ein „Social Media Nerd“, ein „Fast – Info – Junkee“ oder schlimmer noch: „Hab ich kein echtes Leben, so dass ich nun auch noch tweeten muss?!“

Nichts von alledem: Twitter ist für mich nur eine einfache und schnelle Möglichkeit, Infos kurz und bündig dort abzuliefern, wo sie hin sollen. Wer mag, kann sich gern hier bei Twitter mit mir verbinden!

Für alle anderen hier nochmal mein Artikel über meinen Selbstversuch, meine „Social Network-Fastenzeit“:

Geht´s noch?!

Sie lesen gerade diesen BLOG, während Ihre To-Do-Liste schon am Montagmorgen so lang ist, dass sie unmöglich vor Mittwoch abgearbeitet werden kann. Wie immer haben Sie keine Zeit für gar nichts. Doch Ihr e-Mail Postfach wird von Ihnen fast stündlich gecheckt. Dabei erwarten Sie nicht eine bestimmte Mail. Nein, Sie erwarten nur die übliche Flut an Mails, die Sie über den Tag erreicht und die kleine Zahl in Ihrem Postfach in den zwei- vielleicht sogar dreistelligen Bereich anwachsen lässt. Desto höher, desto besser.

Dabei wollte Sie doch schon längst mal wieder ihre Laufschuhe herausholen, mit einem Freund ins Kino gehen oder diesen Stapel Unterlagen sortieren. Doch das muss warten, dafür ist keine Zeit. Auf der To-Do-Liste warten die wirklich wichtigen Sachen, die Sie in Angriff nehmen werden, gleich nachdem Sie nochmal Ihr Postfach gecheckt haben.

Mal ehrlich: Wieviel Zeit verbringen Sie täglich damit, Ihr e-mail – Postfach zu checken und zu “reinigen”? Die wichtigen aus den unwichtigen Nachrichten herauszufiltern und unwichtige Nachrichten ungelesen zu löschen? Oder löschen Sie schon gar nicht mehr, sondern schauen Sie zu, wie sich diese ungelesenen Mails tagtäglich zu dreistelligen Ziffernbergen auftürmen?

Haben Sie mal die Nachrichten gezählt, die täglich allein von Social Media und Networks in Ihr Postfach flattern? Im Durchschnitt machen diese 20 % aller eingehenden Mails aus! Hinzu kommen noch abonnierte BLOGS, Newsletter und Tweets. Alles in allem erreichen all diese Mails nicht selten einen Anteil von 80 % an allen Eingangsmails.

Social Media ist in aller Munde: egal, ob es um Netzwerken geht, Karriere oder Kommunikation. Für den privaten Bereich wird Facebook längst von Twitter, Instagram, Whatsapp und Co bedrängt. Und die sogenannten professionellen Netzwerke LinkedIn und Xing bauen ihre Reichweite fleißig zu Nachrichtentickern und Eventmanagern aus und bombardieren Ihre Nutzer mehrmals täglich gewollt und ungewollt mit Mails bis hin zu Geburtstagserinnerungen. Geht´s noch?!

Tun Sie sich einen Gefallen und machen Sie Ihren persönlichen Test: Bestimmen Sie den Anteil dieser Nachrichten oder zumindest die Zeit, die Sie täglich damit verbringen! Und fragen Sie sich, ob Sie diese dafür jeden Tag einsetzen möchten.

Ich habe gerade sechs Wochen Social Media und Networks – Abstinenz hinter mir, meine persönliche Fastenzeit. Nach anfänglichen Entzugserscheinungen hat sich ein befreiendes Gefühl eingestellt. Nicht mehr “dran bleiben zu müssen” und sich stattdessen auf sein eigenes “Tagesgeschäft” konzentrieren zu können, erleichtert das Fokussieren ungemein. Und es ermöglicht, wieder das eigene Tempo zu finden.

Sie müssen nicht den radikalen Weg gehen und sich aus allen Netzwerken ausklinken.

Wichtig ist, Gewohnheiten von Zeit zu Zeit zu hinterfragen und sich bewußt dafür oder dagegen zu entscheiden. Um sich bewußt zu werden, womit Sie Ihre Lebenszeit verbringen.

In diesem Sinne: Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diesen Beitrag bis zu Ende zu lesen.

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Alle meine Profile auf den verschiedenen Netzwerken finden Sie unter www.coachingforlegals.com.

Vergleichen? Ja Bitte!

Gerade komme ich vom Coachingtag in Berlin. Intensive und inspirierende Tage mit den besten Coaches Deutschlands – Coaches, die seit 10 oder 20 Jahren mit aller Leidenschaft und erfolgreich mit Executives und Managern der deutschen Wirtschaft arbeiten. Ich bin Anwaltscoach und verglichen mit ihnen Anfänger: arbeite ich doch erst seit knapp vier Jahren als professioneller Coach mit meinen Kollegen.

Da kam mir der Artikel von Sonja Kreye im online Magazin EditionF gerade recht, deren Veröffentlichung sie hier an dieser Stelle freundlicherweise zustimmte:

„Zugegeben: Auch mich ziehen Vergleiche mit anderen – erfolgreichen – Menschen an manchen Tagen runter. Was auch immer „erfolgreich“ dabei heißt. Genauso oft ist der Vergleich für mich aber auch Ansporn. Dieser Text ist ein Plädoyer dafür, Wettbewerb nicht immer so negativ zu sehen.

Was machen Vergleiche mit uns?

Was auch immer „Erfolg“ für jeden selbst bedeutet: Wir sind alle nur Menschen. In guten Zeiten und wenn wir uns selbst erfolgreich fühlen, macht uns der Vergleich mit anderen erfolgreichen Menschen überhaupt nichts aus. An schlechten Tagen ziehen uns Vergleiche runter.

Nicht selten fragen wir uns beim Vergleichen jedoch auch, warum wir selbst noch nicht so weit sind, warum der oder die andere hat, was wir nicht haben und wie wir selbst eben auch unsere Ziele erreichen. Und genau das ist für mich ein großer Ansporn, weiter zu machen, neue Wege auszuprobieren, sich noch nicht mit dem Erreichten zufrieden zu geben und eben genauso erfolgreich zu werden (wie wir zwar nicht genau wissen, aber meinen, dass die andere Person es ist).

Ich plädiere dafür, den Vergleich und den Wettbewerb durchaus mal sportlich zu sehen. Aus meiner aktiven (aber längst abgeschlossenen) Sportlerkarriere nehme ich für mich mit, dass Wettbewerb sehr spannend sein kann. Und ich gebe zu: Ich liebe das Gewinnen.

Wer nicht gewinnt, verliert nicht gleich. Vergleichen kann auch anspornen!

Gewinnen heißt außerhalb des Spielfeldes ja nicht, dass unbedingt ein anderer verloren hat oder geschlagen wurde. Gewinnen heißt, das zu erreichen, was man sich selbst vorgenommen hat.

Ich würde mich freuen, wenn viele weitere Kollegen Vergleich und Wettbewerb als Ansporn nutzen. Und den Wettbewerb eben sportlich sehen. Im Rahmen eines solchen Wettbewerbs lässt es sich nämlich auch hervorragend kooperieren. Wenn denn die eigenen Ängste, die mit dem Vergleichen auch immer einhergehen, erst mal abgelegt werden.

Erfolgreich sein heißt daher für mich auch immer, über sich selbst hinaus zu wachsen, die eigenen menschlichen Ängste zu überwinden und das Leben und das Business einfach mal wieder sportlich zu sehen.“

Sportlich sehen also: Was mich mit meinen Coach-Kollegen verbindet und wo wir uns gleichen, ist unsere Professionalität als ICF-Coach und unsere Verpflichtung zu international festgelegten Qualitätsmerkmalen und Werten. Was mich jedoch unterscheidet ist meine Zielgruppe: meine Anwälte und Juristen, die noch bis vor wenigen Jahren als uncoachbar galten. Eine Fehleinschätzung. Und heute nach fast vier Jahren Anwaltscoach bin ich als Anwalt der einzige zertifizierte ICF-Business-Coach und der einzige, der ausschließlich mit Anwälten und Juristen arbeitet. Und ich liebe es! Verglichen mit meinen Coach-Kollegen bin ich als Anwaltscoach ein „alter Hase“. Auch wegen meiner 15 Jahre eigenen Erfahrung als Anwältin.

Als einer der Senior-Coaches seine Keynote in Berlin mit den Worten eröffnete: „Warum ich so erfolgreich Executive coache? Ich war selber jahrzehntelang Executive und liebe sie einfach!“, dachte ich: „Bingo. Dann habe ich ja alles richtig gemacht!“.

Vergleichen? Aber Ja: denn nur dann sind die feinen Unterschiede zu erkennen, auf die es so oft ankommt. Nicht wahr?!

Und nicht zuletzt: wir Anwälte lieben das Vergleichen ohnehin – nicht nur wegen der dann entstehenden Vergleichsgebühr. Mehr als fünfzehn Jahre als Anwältin hat in mir das Wort „Vergleich“ aber fest als Fachbegriff für eine „Einigung“ auch inhaltlich damit verbunden. Vergleichen muss also nicht immer Konkurrenz bedeuten, sondern kann auch ein „Einig-Sein“, ein „Miteinander-Sein“ sein – um mit Sonja beim Sport zu bleiben: ein Zusammen-in-die-Zielgerade-einbiegen.

In diesem Sinne – Lasst uns vergleichen!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Möchten Sie wissen wo Sie stehen? Was Ihr Unterscheidungsmerkmal ist? Dann freu ich mich über Ihre Nachricht unter office@coachingforlegals.com (Infos hier).

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Der Coaching (Wahn)Sinn

„Die Arbeitsleistung steigern, Führungskompetenz entwickeln, neue Fähigkeiten einüben: Um berufliche Ziele zu erreichen, gilt Coaching als probates Mittel. Zunehmend beauftragen auch kleine und mittelständische Unternehmen, öffentliche Behörden, Bildungsträger oder Krankenhäuser Coaches. In Deutschland arbeiten derzeit etwa 8.000 Coaches. Der Branchenumsatz liegt in Deutschland pro Jahr bei 450 Millionen Euro. Weltweit werden mit den Fortbildungen jährlich 1,9 Milliarden Dollar umgesetzt. Damit stehen wir nach den USA und Großbritannien weltweit auf Rang drei. Coaching ist der Megatrend der Weiterbildung.“

Der deutsche Fernsehsender 3sat bringt es in der Beschreibung zu seiner Wissenschaftsdokumentation „Coachingwahn“ vom 01.10.2015 auf den Punkt (hier ansehen): An Coaching kommt heute keiner mehr vorbei. Was in den 90er Jahren als Trend aus den USA kommend hier in Deutschland zunächst auf Skepsis stiess, hat sich heute längst auch in der deutschen Wirtschaft, Bildung und Beratung etabliert. Arbeitgeber wissen es als Problemlöser zu schätzen. Kunden bestätigen „Coaching hilft“. Bachelor- und Diplomarbeiten beweisen die Wirksamkeit von Coaching empirisch.

Soweit die dargestellten Zahlen und Fakten; soweit so gut.

Und doch zieht sich durch die „Wissenschaftsdoku“ ein fahler Beigeschmack wie schon der Titel der Sendung mit „Coachingwahn“ erahnen lässt: vermutlich wäre es kein deutsches Bildungsfernsehen, würde der „kritische“ Blick auf diese Erfolgsgeschichte fehlen.

Richtig ist zwar, dass Coaching kein akademisches Studienfach ist – das war Psychologie bis vor 150 Jahren auch nicht. Es gilt als Weiterbildung, die meist auf einen bereits vorhandenen akademischen Abschluss erfolgt. Eine Coachingausbildung dauert im Durchschnitt 200 Stunden, umfasst Theorie- und Praxiseinheiten, kostet ca. 5.000€ und muss fortlaufend durch Weiterbildungen erneuert werden. Die  Gewerbeaufsicht, Industrie- und Handelskammern sowie Verbraucherschutzverbände haben klar definiert, wer sich unter welchen Voraussetzungen Coach nennen und als solcher arbeiten darf. Viele der Berufsverbände für Coaches, wie etwa die „Internationale Coach Federation“ (ICF) mit 15.000 Mitgliedern weltweit, die an diesem Wochenende in Berlin ihr 20-jähriges Bestehen feiert, haben sich selbst freiwillig noch strengeren, transparenten und international einheitlichen Qualitätsstandards unterworfen. Coachingstunden kosten je nach Thema und zugrunde liegender beruflicher Qualifikation des Coaches ab 75 €, weniger als eine Klavierstunde oder eine Handwerkerstunde (wie beispielsweise für einen LernCoach für Kinder, der das individuelle Lernprofil ermittelt und Lernerfolge durch Ausbau der Lernstärken erzielt).

Die in der Dokumentation beschriebene Gefahr, dass sich also jeder nach einem Wochenendkurs für 300€ Coach nennen darf und als solcher für teuer Geld arbeitet, besteht wohl kaum. Für den Kunden gilt hier dasselbe wie bei jeder anderen Dienstleistung: „Trau Schau Wem“.

Um dem geneigten Zuschauer in den 45 Minuten Sendezeit nicht mit nüchternen Fakten und Kritik zu langweilen, fügte der Verfasser farbenfrohe Bilder von schamanischen Feuerzeremonien, hypnotischen Pendelbewegungen und Figuren-Aufstellungen ein; Szenen wie man sich in Deutschland Anfang der 90er Jahre Coaching vorstellte, als sich allenfalls Therapeuten dieser neuen Methode zuwandten. Heute wird in nahezu allen Berufsverbänden für Coaches Coaching strikt zu Therapie, Beratung, Training, Mediation und Lehre abgegrenzt: Der Coach unterstützt und beschleunigt die Steigerung des persönlichen und professionellen Potentials des Coachees, wobei die Ergebnisse des Coachings allein aus den Entscheidungen und Handlungen des Klienten herrühren (Definition des ICF). Der Coach berät nicht, er vermittelt nicht und er bringt nichts bei. Der Coach ersetzt keine ärztliche Diagnose und arbeitet nur mit gesunden Klienten. Ideen aus der Esoterik oder Scientology sind ausdrücklich nicht Bestandteil von Coaching. Aber Berufsverbände kamen in der Dokumentation nicht zu Wort. Dann hätte auch der gerade erst im Frühjahr 2015 verabschiedete einheitliche „Coachingstandard“ des RTC – dem Round Table der zehn größten deutschen Berufsverbände für Coaches – erwähnt werden müssen. Ebenso wie der Leitfaden zum Qualitätsmanagement im Einzelcoaching des ICF.

Dennoch hört man den Sprecher im Hintergrund besorgt resümieren: „prinzipiell kann jeder als Berater tätig werden und deshalb gibt es in der Branche auch viele schwarze Schafe“. Schade, dass sich 3sat mit „Coachingwahn“ so wenig Mühe gegeben hat und gedankenlos über „diesen Megatrend der Weiterbildung“ schlecht recherchierte Halbwahrheiten, garniert mit Polemik als „3sat-Wissenschaftsdokumentation“ ausstrahlt.

Der Erfolgsgeschichte des Coachings, dem „Coachingwahn“ wird es keinen Abbruch tun. Allenfalls dem Namen des Senders. Denn im Journalismus ist es wohl wie im Coaching: entweder man arbeitet professionell, Werten und Qualität verpflichtet – oder eben nicht.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Haben Sie Fragen zu Coaching oder den ICF-Qualitätsstandards? Dann freu ich mich über Ihre Nachricht unter office@coachingforlegals.com (Infos hier).

Am Besten testen? Auf geht´s zur kostenfreien Coaching – Discovery Session (Infos hier).

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Choose your Battles, Teil 2

Die Deutsche Einheit jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal!

25 Jahre, die mein Leben in eine völlig andere Richtung wiesen. Als am 03. Oktober 1990 aus der DDR und der BRD wieder ein deutscher Staat wurde, waren viele von uns voller Hoffnung. Immerhin waren wir  wiedervereinigt und nun sollte zusammen wachsen, was zusammen gehörte.

Endgültig vorbei die Zeit, in der jeder Bootsausflug im Sommerurlaub an der Ostsee bei plötzlichem Wetterumschwung zum politisch-riskanten Manöver wurde. Vorbei die Nächte am Rande von Berlin, in denen wir nachts wegen der Schüsse nicht schlafen konnten, über die wir am nächsten Tag nicht reden durften. Verschwunden sind die Barrieren – die bürokratischen wie die aus Beton und Stacheldraht – die die Grenzdörfer abschirmten und das ohnehin kleine Land mit dem kilometerweiten Grenzstreifen noch kleiner machten.

Das Wild – so war erst kürzlich zu lesen – meidet diesen Grenzstreiten immer noch und wechselt nur vereinzelt die Seiten. Bei den Menschen ist das wohl zum Teil ebenso – auch noch nach 25 Jahren.

Auch mich hat es mit der Maueröffnung nicht wirklich fort gezogen. Doch was mich faszinierte war das vertragliche Konstrukt der Wiedervereinigung: der Vertrag, der aus zwei Staaten wieder einen machen sollte. Das wollte ich verstehen. Und so schrieb ich mich für Rechtswissenschaften in den alten Bundesländern ein, denn zu diesem Zeitpunkt waren die rechtswissenschaftlichen Fakultäten an den ostdeutschen Universitäten in Auflösung begriffen: das bisherige Studium gab es nicht mehr, Professoren waren entlassen, Bibliotheken unbrauchbar. An meiner Universität in NRW waren die Vorlesungen auf Montag bis Donnerstag begrenzt worden, damit die Professoren von Freitag bis Sonntag in den neuen Bundesländern unterrichten konnten. Eine spannende Zeit. Und viele meiner Fragen konnten mit Professoren wie Hans-Jürgen Papier beantwortet werden.

Mit dem Jurastudium entwickelte sich aus meiner Oppositionshaltung eine Konsenshaltung: ich erkannte, dass es keine Kunst war, dagegen zu sein. Aber es war eine Kunst, Gegner an einen Tisch zu bekommen und zum miteinander Reden zu kriegen; aus widerstreitenden Interessen und unterschiedlichen Kräften ein einheitliches, ausgewogenes Konstrukt, eine Vereinbarung zu kreieren, das Konflikte auflöst.

Das war meine „Baustelle“, meine „Battle“ und die ist es bis heute: als Anwältin für Vertragsrecht.

Haben Sie schon IHRE Herausforderung gefunden? Was ist Ihre „Battle“? Was treibt Sie an?

Formulieren Sie sie laut und deutlich. Und wählen Sie Ihren ganz persönlichen Weg; egal wie oft Sie dieser Weg in die Irre führt, Sie stolpern oder Umwege gehen müssen. Bis der Tag kommt, an dem dieses unerwartete, unplanmäßige und unvorbereitete Ereignis eintritt und Ihr Leben für immer verändert: Sie haben Ihr Ziel erreicht.

In diesem Sinne: Choose your Battles!

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

PS: Wenn Sie Ihr Ziel nicht finden können oder Sie professionelle Unterstützung bei der Erreichung Ihres Zieles, dem Weg brauchen, dann kann Coaching oder Mentoring Ihnen eine gute Hilfe sein: Probieren Sie eine kostenfreie Coaching – Discovery Session (alle Infos dazu hier). Für Angebote abonnieren Sie meinen kostenfreien eNewsletter unter http://www.coachingforlegals.com. Auf Sie wartet dort unser TIME SAVER als kleines Dankeschön.

PPS: Meine Erlebnisse in den letzten Tagen der DDR sind übrigens in meinen Roman „Fern der Heimat so nah“ eingeflossen. Mehr dazu hier.

zu: Blog-Connect

Choose your Battles!

Zum Tag der Deutschen Einheit: Choose your Battles, Teil 1…

JurBlog

mauerfallBerliner Mauer 1989 – 25 Jahre Grenzöffnung

Heute, am 09.November 1989, wurden die Grenzen der ehemaligen DDR geöffnet.

Nicht planmäßig, nicht erwartet, nicht vorbereitet. Die mangelnden deutschen Sprachkenntnisse eines italienischen Jounalisten und die Unfähigkeit eines Politikers führten zu einem Mißverständnis – und bewirkten dieses historische Ereignis. Historisch vor allem deshalb, weil es das Leben von Millionen von Menschen für immer veränderte. Und schließlich zur Wiedervereinigung beider deutscher Staaten führte. Dieses historische Ereignis hatte definitiv keine Schatten vorausgeworfen. Im Gegenteil: die Grenzöffnung stand im Schatten der friedliche Revolution, die in den Botschaften mit einigen hundert Ausreisewilligen Monate zuvor begonnen hatte und montags in der Leipziger Nikolaikirche zu einer Bewegung von zehntausenden Menschen angewachsen war.

„Die Grenzen der DDR sind geöffnet…“ Die meisten von uns, zumindest ab einem bestimmten Jahrgang, erinnern sich heute noch 25 Jahre danach an diesen Moment, als sie diesen Satz zum ersten Mal hörten: live im Radio, im…

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