Choose your Battles, Teil 2

Die Deutsche Einheit jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal!

25 Jahre, die mein Leben in eine völlig andere Richtung wiesen. Als am 03. Oktober 1990 aus der DDR und der BRD wieder ein deutscher Staat wurde, waren viele von uns voller Hoffnung. Immerhin waren wir  wiedervereinigt und nun sollte zusammen wachsen, was zusammen gehörte.

Endgültig vorbei die Zeit, in der jeder Bootsausflug im Sommerurlaub an der Ostsee bei plötzlichem Wetterumschwung zum politisch-riskanten Manöver wurde. Vorbei die Nächte am Rande von Berlin, in denen wir nachts wegen der Schüsse nicht schlafen konnten, über die wir am nächsten Tag nicht reden durften. Verschwunden sind die Barrieren – die bürokratischen wie die aus Beton und Stacheldraht – die die Grenzdörfer abschirmten und das ohnehin kleine Land mit dem kilometerweiten Grenzstreifen noch kleiner machten.

Das Wild – so war erst kürzlich zu lesen – meidet diesen Grenzstreiten immer noch und wechselt nur vereinzelt die Seiten. Bei den Menschen ist das wohl zum Teil ebenso – auch noch nach 25 Jahren.

Auch mich hat es mit der Maueröffnung nicht wirklich fort gezogen. Doch was mich faszinierte war das vertragliche Konstrukt der Wiedervereinigung: der Vertrag, der aus zwei Staaten wieder einen machen sollte. Das wollte ich verstehen. Und so schrieb ich mich für Rechtswissenschaften in den alten Bundesländern ein, denn zu diesem Zeitpunkt waren die rechtswissenschaftlichen Fakultäten an den ostdeutschen Universitäten in Auflösung begriffen: das bisherige Studium gab es nicht mehr, Professoren waren entlassen, Bibliotheken unbrauchbar. An meiner Universität in NRW waren die Vorlesungen auf Montag bis Donnerstag begrenzt worden, damit die Professoren von Freitag bis Sonntag in den neuen Bundesländern unterrichten konnten. Eine spannende Zeit. Und viele meiner Fragen konnten mit Professoren wie Hans-Jürgen Papier beantwortet werden.

Mit dem Jurastudium entwickelte sich aus meiner Oppositionshaltung eine Konsenshaltung: ich erkannte, dass es keine Kunst war, dagegen zu sein. Aber es war eine Kunst, Gegner an einen Tisch zu bekommen und zum miteinander Reden zu kriegen; aus widerstreitenden Interessen und unterschiedlichen Kräften ein einheitliches, ausgewogenes Konstrukt, eine Vereinbarung zu kreieren, das Konflikte auflöst.

Das war meine „Baustelle“, meine „Battle“ und die ist es bis heute: als Anwältin für Vertragsrecht.

Haben Sie schon IHRE Herausforderung gefunden? Was ist Ihre „Battle“? Was treibt Sie an?

Formulieren Sie sie laut und deutlich. Und wählen Sie Ihren ganz persönlichen Weg; egal wie oft Sie dieser Weg in die Irre führt, Sie stolpern oder Umwege gehen müssen. Bis der Tag kommt, an dem dieses unerwartete, unplanmäßige und unvorbereitete Ereignis eintritt und Ihr Leben für immer verändert: Sie haben Ihr Ziel erreicht.

In diesem Sinne: Choose your Battles!

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

PS: Wenn Sie Ihr Ziel nicht finden können oder Sie professionelle Unterstützung bei der Erreichung Ihres Zieles, dem Weg brauchen, dann kann Coaching oder Mentoring Ihnen eine gute Hilfe sein: Probieren Sie eine kostenfreie Coaching – Discovery Session (alle Infos dazu hier). Für Angebote abonnieren Sie meinen kostenfreien eNewsletter unter http://www.coachingforlegals.com. Auf Sie wartet dort unser TIME SAVER als kleines Dankeschön.

PPS: Meine Erlebnisse in den letzten Tagen der DDR sind übrigens in meinen Roman „Fern der Heimat so nah“ eingeflossen. Mehr dazu hier.

zu: Blog-Connect

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