Mit zwei simplen Schritten zu mehr Erfolg

Die Kraft der Dankbarkeit

Thanksgiving, der höchste Feiertag in den USA, wird ab Morgen bis Sonntag stattfinden. Spätestens Mittwoch Mittag werden die Büros und Schulen abgeschossen. Alle sind auf dem Weg nach Hause. Denn Thanksgiving und das gesamte lange Wochenende ist Familie und Freunden gewidmet. Es ist nicht zu verwechseln mit dem  christlichen Erntedankfest. Thanksgiving ist eine Danksagung an die Menschen, die mit uns leben und lachen, an das Leben an sich.

Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke? Das höchste Fest im Jahr sich selbst und seinen Lieben zu widmen? Freundschaft und Familie für vier Tage uneingeschränkt in den Mittelpunkt zu stellen?

Wann haben Sie sich das letzte Mal bedankt?

Wann waren Sie zum letzten Mal dankbar? Und haben es auch tatsächlich gezeigt: Ihrer Kollegin oder Ihren Mitarbeitern, die Sie bei Ihren Erfolgen unterstützt, Ihnen den Rücken freigehalten oder vielleicht auch nur ermutigt haben, endlich das schwierige Gespräch zu führen, was Sie schon so lange vor sich her geschoben haben.

Und wann haben Sie sich bei Ihrem Partner, Ihren Kindern oder Ihren Eltern das letzte Mal bedankt?

Manchmal genügt schon eine kleine Aufmerksamkeit. Manchmal muss es aber auch ein ganz deutliches DANKE sein.

Vergessen Sie nicht, im Alltagsstress die Menschen um sich herum wahrzunehmen. Seien Sie aufmerksam. Nehmen Sie sich Zeit für sie.

Wenn Sie sich bedanken, zeigen Sie Ihre Wertschätzung für die Unterstützung, die Sie erfahren haben. Und Sie werden noch mehr unterstützt.

Wenn Sie sich bedanken, zeigen Sie Ihre Wertschätzung für die Person. Sie festigen Loyalität, Verbundenheit und Vertrauen.

In zwei Schritten zu mehr Erfolg

Das wollen Sie ausprobieren?

Morgen ist Thanksgiving. Überlegen Sie sich doch einfach bis morgen

1. mindestens zwei Personen aus Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld, bei denen Sie sich bedanken möchten. Und

2. tun Sie es! Mit ein paar passenden Worte. Mit einem deutlichen „Danke“.

And the magic begins…

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP (www.coachingorlegals.com) unterstützt Sie mit maßgeschneiderten Kanzlei-Incentivs und -Events. Mit unseren extra dafür entwickelten Weihnachtsgutscheinen bedanken Sie sich bei Ihren Mitarbeitern und Kollegen für ein erfolgreiches 2015! Alle Informationen erhalten Sie auf www.clp-JurBiz.de oder  in unserem Informations-Webinar „CLP 2016“.

Wer mehr zur Geschichte von Thanksgiving erfahren möchte, kann das gern hier im Artikel: „Warum Dankbarkeit zum Ziel führt“ (November 2014)

 

 

 

In 3 Schritten zu Ihrem Kanzlei-Marketing-Budget 2016

Nachdem mein Artikel „Know your numbers- Warum Ihr Businessplan 2015 jetzt zählt“ viel Zuspruch erhalten hat, geht es nun in die zweite Runde:

Ihren Businessplan 2016.

Ich möchte mich dabei nicht in die Reihen der Unternehmensberater eingruppieren. Auch findet sich einschlägige Literatur und Besprechungen im Internet zur Genüge. Im Wesentlichen geht es dabei um folgende fünf Punkte:

  1. Analyse der aktuellen Situation der Kanzlei 2015
  2. klare Definition des Jahreszieles 2016 für die Kanzlei
  3. Potentialanalyse
  4. Maßnahmenbestimmung
  5. Kosten- und Budgetkalkulation

Hervorheben möchte ich jedoch den Baustein Marketing-Budget als Maßnahme der Kanzleientwicklung, da dieser erfahrungsgemäß von Kanzleien unterschätzt bzw. gern an Spezialisten outgesourct wird. Susanne Krüger, MBA und Leiterin der Abteilung für Business Development einer internationalen Großkanzlei in Berlin, hat dazu in der LTO einen „7 Punkte Plan“ vorgestellt:
Susanne Krüger, Herausforderung Budgetplanung: In sieben Schritten zum perfekten Marketing-Budget. In: Legal Tribune Online, 11.11.2015, http://www.lto.de/persistent/a_id/17511/ (abgerufen am: 24.11.2015).

Kanzlei-Marketing als Business Development

„Ausgaben für Marketing, Customer Relationship Management und Public Relations sind nicht immer leicht abzuschätzen. Hinzu kommt, dass Verkaufsförderung und Kostenkalkulation nicht unbedingt klassische Kernkompetenzen von Juristen sind. Schließlich wollen viele Anwälte möglichst wenig Geld für Business Development ausgeben. Budgetplanung ist deshalb für Rechtsberater eine Herausforderung – und doch gibt es keine unüberwindbaren Hürden. Wie stellt man also schnell und effizient ein fundiertes Marketingbudget auf?

In der Fachliteratur wird als Rahmen oft empfohlen, 2,5 bis 4,5 Prozent des Umsatzes für Marketing und Business Development einzuplanen. Das wäre eine einfache Rechnung: Von einem Umsatz X wird der entsprechende Prozentsatz gebildet und die Personalkosten für Mitarbeiter in diesem Bereich abgezogen. Die Differenz ergibt dann das zur Verfügung stehende Budget für Sach- und Projektkosten. Die Zahl, die man in die Sozietätsbudgetplanung übernehmen kann, hat man damit schnell errechnet. Nun könnte man aktiv sein, bis das Budget erschöpft ist. (…)

Einfacher ist es, einzelne Maßnahmen zu planen und diese dann in einer Gesamtplanung zusammen zu führen (Bottom-up-Ansatz). Die Planung der Ausgaben von unten nach oben, also das Budget auf einzelnen Projekten oder Maßnahmen aufzubauen, ist konkreter und damit übersichtlicher. Falls man am Ende zu hohe Gesamtkosten erhalten sollte, fällt es zudem leichter, einzelne Maßnahmen zu verschieben oder zu streichen. Damit erspart man sich “innenpolitische” Diskussionen, welcher Partner oder welche Praxisgruppe weniger Mittel erhalten könnte.

1. thematische Schwerpunktbildung

(…) Welche Themen, Rechtsgebiete oder Branchen wollen Sie im nächsten Jahr in den Fokus nehmen? Gibt es (neue) Beratungsprodukte oder Anwaltspersönlichkeiten, die Sie in den Mittelpunkt Ihrer Marketing-Kommunikation stellen wollen?

2. Auswahl der Marketinginstrumente

(…) Für eine erhöhte Sichtbarkeit Ihrer Marke könnten Sie auf Werbung oder Sponsoring setzen. Um den Erlebniswert Ihrer Marke zu steigern, könnten Sie mehr Veranstaltungen organisieren. Um ein neues Produkt zu lancieren, könnten Sie es über eine integrierte Kampagne bekannt machen, die PR, Social Media und Messeauftritte beinhaltet. Überlegen Sie für jedes Instrument, welche Maßnahmen Sie in welchem Umfang umsetzen wollen. (…)

3. Kosten-Kalkulation

(…) Sachkosten, z.B. für zwei Anzeigen in den Anwaltsverzeichnissen X und Y sowie Fachmagazin Z, Exklusiv-Sponsoring einer Branchenkonferenz, Kategorien-Sponsor einer Preisverleihungen, drei eigene Veranstaltungen, fünf Kooperationsveranstaltungen mit Partnern, Relaunch der Website, Aufbau eines neuen Kanals in den Sozialen Medien etc.. (…) Bedenken Sie dabei auch Kosten externer Dienstleister und Berater, wie Marketing-, Web- oder PR-Agenturen, gegebenenfalls Erfolgshonorare, Grafik-Design, fotografische Arbeiten etc.
Personalkosten: Planen Sie den Personalbedarf für die Realisierung dieser Maßnahmen. Haben Sie Angestellte, die diese Maßnahmen umsetzen? Dann beziehen Sie deren Jahresgehälter inklusive eventueller Boni in die Kalkulation ein (korrekterweise das Arbeitgeber-Brutto). (…)
Summieren Sie die Gesamtkosten aller Sach- und Personalkosten und ergänzen einen Sicherheitszuschlag in Höhe von 5 bis 10 Prozent. Machen Sie anschließend die Proberechnung nach eingangs erwähntem Schema. (…) Sollte die Gesamtsumme den von Ihnen gewünschten Zielkorridor verfehlen, können Sie nun leicht Feinjustierungen vornehmen. Nach dieser Vorgehensweise haben Sie ein realistisches Marketingbudget relativ schnell aufgestellt, das – durch den Sicherheitsaufschlag – in der Regel eher unter- als überschritten wird und Ihnen somit Planungssicherheit gibt.
Zudem hilft Ihnen eine fundierte Ausgabenplanung bei der Kostenkontrolle. Überprüfen Sie während des Jahres immer wieder Ihre Ausgaben und nehmen Sie gegebenenfalls Anpassungen vor. Damit haben Sie dann die ideale Ausgangbasis für eine noch schnellere Marketingkostenplanung für das Folgejahr.”

(Bitte beachte Sie, dass der Artikel nur auszugweise und verkürzt übernommen wurde. Den vollständigen Artikel finden Sie hier)

 

Strategische Schwerpunktbildung als Schlüsselposition

Die größte Herausforderung, die weder delegiert noch outgesourct werden kann, ist dabei Punkt 1, die strategisch sinnvolle Schwerpunktbildung. Dieser steht in der Verantwortung der Kanzleiführer, erfordert Hirnschmalz und visionären Weitblick:

Welchen Herausforderungen muss sich die Kanzlei stellen? Wie hat sich die Bilanz entwickelt? Wie sieht der Markt aus und welche Prognosen können gegeben werden? Wo sehen wir uns und unsere Kanzlei in einem, in fünf Jahren?

Erfahrungsgemäß ist auch hier eine klare Kanzlei-Vision und eine sauber geplante Kanzlei-Strategie die Grundlage für eine kostenbewusste, effektive und erfolgreiche Umsetzung im Kanzlei-Marketing. Leider wird darauf jedoch oft noch verzichtet bzw. nicht sauber zwischen der persönlichen Dimension und der der Kanzlei unterschieden. Nur selten wird schon hierbei auf Expertenhilfe, wie ein gezieltes Coaching, gesetzt und investiert.

Auch hierbei könnten Juristen und Anwälte von anderen Branchen lernen, die längst erkannt haben, wie wichtig ein solides Fundament ist.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP (www.coachingorlegals.com) kann Sie mit einem maßgeschneiderten Coaching in Ihrer Rolle als Kanzleiinhaber und bei der Entwicklung Ihrer Kanzlei-Strategie unterstützen. Abonnieren Sie unseren eNewsletter und erfahren Sie alle unsere neuen Trainings und Coachings für 2016 in unserem Informations-Webinar am 20.11.2015 (Anmeldung hier).

Frauenquote für Anwaltskanzleien?

Unternehmen setzen in schwierigen Verhandlungssituationen je nach Situation ganz bewusst entweder einen Anwalt oder eine Anwältin ein. Mandanten wollen sich in ihrer Scheidung nur von einem Mann oder aber nur von einer Frau vertreten lassen. Alles Kopfsache?

Männer und Frauen in der Juristerei

Der Anwaltsberuf fordert wie kaum ein anderer typisch männliche ebenso wie typisch weibliche Kommunikationsmuster geradezu ein. Auffällig ist jedoch, dass Anwältinnen bislang weder bei den Topverdienern noch in Führungspositionen noch bei den Sozietäten und Partnerschaften nachgezogen haben. In den juristischen Berufen ist der Abstand zu den Einkommen der Männer sogar am Größten. Sollte es also zukünftig auch für Anwaltskanzleien eine Frauenquote geben?

Dass Frauen und Männer unterschiedlich kommunizieren ist längst bekannt. Und dass auch Juristen Menschen, vor allem aber Männer und Frauen sind, auch. Kommt es also weit weniger auf berufliche Qualifikation und Erfahrung an, als wir dachten? Entscheidet über unseren Erfolg am Ende allein die Tatsache, ob wir Jurist oder Juristin sind?

Um es gleich vorwegzunehmen: Es geht nicht ums „Gendern“. Es geht nicht darum, was auf der Packung draufsteht, sondern um den Inhalt: Wie viel Einfluss hat es auf den Erfolg eines Rechtsstreites, ob der Mandant einen Anwalt oder eine Anwältin mit seiner Interessenvertretung beauftragt? Macht es einen Unterschied, ob ein Richter oder eine Richterin über einen Streitfall entscheidet? Und wie neutral sind eigentlich unsere Gesetze?

Unser Rechtssystem ist die Kommunikation von Wertvorstellungen und Kommunikation ist der Austausch und die Verarbeitung von Informationen. Und dabei gibt es zwischen Männern und Frauen gravierende Unterschiede.

Typisch Mann, typisch Frau?

Fakt ist, dass Frauen und Männer aufgrund ihrer biologisch-physiologischen Veranlagung Informationen typischer Weise in unterschiedlicher Quantität und Qualität aufnehmen und verarbeiten. Dies ist uns wegen der jahrtausendealten Prägung auf typische Geschlechterrollen in Fleisch und Blut übergegangen. Frauen haben eher einen Rundumblick, sind auf das Wohl der Allgemeinheit bedacht, und richten ihren Lösungsansatz auf Verhandlung und Einigung aus. Männer hingegen agieren im Ernstfall eher mit einem Tunnelblick. Sie sind dadurch zwar (scheinbar) schneller, entscheiden tatsächlich aber nur zweidimensional zwischen Angriff oder Wegrennen. Beides schränkt unsere Handlungsalternativen stark ein, zumindest wenn wir typisch männlich oder typisch weiblich handeln – und kommunizieren.

„Typisch“ heißt jedoch nichts anderes, als das, was wir irgendwann einmal als weiblich und männlich im Hinblick auf die Geschlechterrollen definiert haben. Kommunikation selbst ist neutral. Stellen Sie sich Kommunikation als Klaviertastatur vor, eine Vielzahl von schwarzen und weißen Tasten über mehrere Oktaven. Sie reicht von ganz dunklen Tönen bis hin zu ganz hellen, von warmen zu schrillen. Und es kommt natürlich darauf an, wie und was gespielt wird – in welcher Tonart, laut oder leise, eine gefühlvoll Ballade oder eher ein schneidiger Marsch. Lassen Sie uns nun die obere Hälfte der Klaviertastatur als typisch weiblich und die untere als typisch männlich definieren – passend zur Stimmlage. Schubladendenken? So sind wir Menschen gestrickt. Deshalb definieren wir Geschlechterrollen, definieren, was Gut und was Böse ist. Jeder kommt mit einem größeren oder kleineren Teil dieser Klaviertastatur auf die Welt, einen Bruchteil davon bildet er aus. Welchen, das bestimmen frühkindliche Prägungen und persönliche Erfahrungen. Schule und Ausbildung erweitern das persönliche Kommunikationsmuster bestenfalls. Die Chance, dass sich dieses persönliche Kommunikationsmuster vor allem irgendwo in der Mitte ansiedelt und dabei Bereiche des jeweils anderen Geschlechts miteinschließt, ist groß.

Was heißt das für Juristen?

Dreierlei:

  1. Fest steht, dass juristische Berufe Kommunikationsstärke erfordern. Um bei der Klaviatur zu bleiben: Ein guter Jurist sollte in überdurchschnittlich vielen Oktaven nicht nur tastensicher sein, sondern virtuos darauf spielen können. Fest steht aber auch, dass Kommunikation weder in der juristischen Ausbildung noch später beim Einstieg in das Berufsleben gelernt oder trainiert wird.

2. Was uns Juristen jedoch unsere Arbeit erschwert, ist die Tatsache, dass sich die Gesellschaft gerade in den letzten Jahrzehnten im Hinblick auf die männliche und weibliche Rollenverteilung rasant entwickelt hat, weg vom klassischen Patriarchat, aus dem jedoch noch unsere Gesetze entstammen und welches sie oft noch deutlich abbilden. Wie beispielsweise der veraltete Kranzgeld-Paragraph. Mittlerweile steht selbst ein Mordmerkmal wie Heimtücke auf dem Prüfstand, weil es Frauen benachteilige. Zur Überbrückung dieser ungleichen Entwicklung, bleibt uns Juristen bis zur Modernisierung im Moment oft nur die Auslegung und das Ermessen als einziges Korrektiv.

3. Letztlich geistern aber auch die althergebrachten Rollenbilder zu Streitverhalten und Autorität immer noch bewusst oder unbewusst durch die Köpfe. Eine streitbare Anwältin kann da schon mal als „Zicke“ oder „Mannweib“ wahrgenommen werden – ihr Kollege hingegen als „kämpferischer Gewinnertyp“.

Wieviel Weiblichkeit verträgt unser konservatives Berufsbild vom Anwalt?

Macht es einen Unterschied, ob ein Anwalt oder eine Anwältin einen Mandanten vertritt, ein Richter oder eine Richterin eine Sache entscheidet? Ja, nämlich dann, wenn das Kommunikationsmuster einen anderen Bereich bespielt. Und so wie es in der Gesellschaft bei Gender Equality auch immer um Gender Diversity geht, muss der Unterschied zwischen den Geschlechtern eben auch im Rechtssystem spürbar sein.

Gut, dass die Zahl der zugelassenen Anwältinnen in den letzten Jahren von 33 Prozent auf 41 Prozent gestiegen ist. Und zwar nicht nur in Deutschland. Die Zahl der Studentinnen im Fach Rechtswissenschaft liegt nach einer Studie des Deutschen Anwaltvereins von 2013 schon jetzt bei 60 Prozent. Gut auch, dass die Arbeitsgemeinschaft der Anwältinnen im DAV im vergangenen Jahr bereits eine Frauenquote für Referentinnen in der Deutschen Anwaltsakademie durchgesetzt hat. Um so besser, dass es nun PANDA University Law auch für junge Juristinnen gibt (mehr dazu unten).

Gemischte Entscheiderteams, in denen die Frauen nicht mehr selbstverständlich die Themen Personal und Eventorganisation übernehmen, Rechtsbereiche, die nicht mehr ausschließlich von Kollegen oder Kolleginnen beackert werden, und Netzwerke, in denen sich Kollegen mit Kolleginnen austauschen, führen zu einem neuen Verständnis innerhalb der Anwaltschaft. Und dem Bewusstwerden, dass Kommunikationsstärke in der gesamten Bandbreite erlernbar ist und erlernt werden muss, um erfolgreich zu sein. Hat das Auswirkungen auf Hierarchien innerhalb von Kanzleien? Ja. Kann dies Streitkultur verändern? Absolut. Wer heute beim „Gender Shift“ und der Veränderung des anwaltlichen Berufsbildes immer noch allein an Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Home Office und Work-Life-Balance denkt, verkennt, dass die nächste Generation an Juristen dies insgesamt einfordern wird.

Leider bleibt es noch allzu oft beim bloßen „Gendern“, bei der Verpackung eben, ohne auf den Inhalt zu schauen. Damit liegt es an uns, den Anwältinnen und Anwälten, ob es einer Frauenquote für Anwaltskanzleien bedarf oder nicht.

In diesem Sinne!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: CLP ist stolzer Sponsor eines Business-Coachings für die Gewinnerin des diesjährigen PANDA Contests für junge Anwältinnen. PANDA, University Law, unterstützt junge Juristinnen auf dem Weg zu ihrer Führungsrolle in der Rechtsbranche. Mit dem Workshop „Zicke? Mannweib? Gender Diversity in der Kommunikation. Wie ich sie als Juristin klug nutze“ präsentiert sich Frau Dr. Tutschka als Rechtsanwältin und Kommunikationstrainer für Anwälte und Juristen am 27.11.2015 in Wiesbaden.

Jura-Studentinnen, die das 1. Staatsexamen bereits absolviert haben, Juristinnen im oder kurz nach dem Referendariat und Juristinnen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung können sich noch bis zum 09.11.2015 bei www.we-are-panda.com bewerben.

Know your numbers!

Warum Ihr Kanzlei-Businessplan 2015 jetzt zählt.

Die letzten Wochen des alten Jahres sind angefüllt mit Terminen zu Dingen, die unbedingt noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden müssen. Dies ist definitiv keine Zeit für Experimente oder Spontanität. Unsere prallen Terminkalender lassen uns kaum Luft zum Atmen und scheinen ein Eigenleben zu führen. Die meisten haben in dieser Zeit bereits auf Autopilot geschaltet und haken nur noch ab.

Es ist nicht zu Ende, bevor es zu Ende ist

Doch 2015 ist noch nicht vorbei. Es bleiben noch ganze 6 Wochen. Wie war Ihr Jahr bislang? Jetzt ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Sie haben ganz richtig gelesen: Ziehen Sie Bilanz noch bevor das Jahr zu Ende ist. Nur dann haben Sie die Möglichkeit, noch korrigierend einzugreifen.

Egal, ob Ihre Kanzlei gerade erst gegründet worden ist oder schon seit Jahrzehnten besteht, ob sie nur  eine kleine, eine mittlere oder eine Großkanzlei führen: Sie alle sind mit einem Businessplan in das Jahr gestartet. Und dieser sollte nicht seit Januar in der Schublade verschwunden sein, um ihn dann zu vergessen bis das Jahresergebnis im Frühjahr nächsten Jahres vorliegt oder das nächste Jahr geplant werden muss.

Juristen und Zahlen

Ihr Businessplan ist Ihre Arbeitsgrundlage und sollte kontinuierlich angepasst, ausgerichtet und mit neuen Markterfahrungen unterfüttert werden. Viele Kanzleien sind deshalb bereits zu einer Halbjahresplanung übergegangen, abhängig vom Markt manchmal sogar zu einer quartalsmäßigen Überprüfung des Businessplanes. Doch unabhängig von dieser regelmäßigen Anpassung sollte Sie sich gerade jetzt Zeit nehmen, die Erfahrungen der letzten Monate sich zunutze zu machen und umzusetzen. Lassen Sie Ihre Buchhaltung und Ihren Steuerberater Kassensturz machen und erstellen Sie einen voraussichtlichen Jahresabschluss 2015. Schauen Sie sich die Zahlen zu Gewinn und Verlust, Umsatz und Ausgaben genau an. Untersuchen Sie monatliche Schwankungen und Muster und nutzen Sie Ihre Erkenntnis, um Ihre Abrechnungen darauf abzustimmen und Fehlinvestitionen und Geldfressern auf die Spur zu kommen. Trennen Sie sich jetzt von unprofitablen Strategien, lustlosen Mitarbeitern und unnützen Abonnements und Services. Und berufen Sie eine Teambesprechung ein.

Ja, Sie befinden sich schon in der Zielgeraden. Doch das Jahr ist nicht vor dem 31.12.2015 gelaufen und dies ist immer noch Gelegenheit, das Ergebnis signifikant zu beeinflussen:

Müssen die Rückstellungen angepasst werden? Sollten Investitionen getätigt werden? Sollten Zahlungen noch 2015 durchgesetzt werden oder besser ins nächste Jahr verschoben werden? Wurden die Budgets für Weiterbildung und Investitionen ausgeschöpft? Und haben sich diese Investitionen bereits ausgezahlt oder sollte für 2016 anders budgetiert werden oder anders investiert werden?

Effizienz ist gefragt

Besprechen Sie das vorläufige Ergebnis für 2015 mit Mitarbeitern und Kollegen und stellen Sie klar, wo Sie in Ihrem Businessplan stehen. Vielleicht war es bereits ein starkes Jahr. Dann ist es wichtig, dass Ihnen nicht so kurz vor dem Ziel die Kräfte ausgehen. Vielleicht war es aber auch eher enttäuschend, weil ein wichtiger Kunde weggebrochen ist, Ihr bester Mitarbeiter lange krank ausfiel oder sich Ihr Partner von Ihnen getrennt hat. Dann geben Sie nicht auf. Entwicklen Sie gemeinsam einen Aktionsplan für die letzten sechs Wochen. Nur wenn Ihre Mitarbeiter und Kollegen wissen, wie sie stehen, können sie sich auch engagiert einsetzen.

Wichtig ist dabei, dass Sie genau überlegen, welche Aktionen in dieser Zeit des Jahres zu maximalem Erfolg führen. Und Sie sich dabei auf die drei mit der höchsten Effizienz fokussieren. So wie Läufer im Endspurt eben auch Ihre Kräfte anders nutzen als beim Start, wo noch Kraftreserven zurückgehalten werden müssen.

Ein Lauf ist noch keine Saison

Lassen Sie dabei aber nicht Ihr langfristiges Kanzleiziel aus den Augen. Im Tagesgeschäft und im Zahlenland kann man sich schnell verlieren. Man sieht buchstäblich den Wald vor Bäumen nicht mehr. Ihr langfristiges Kanzleiziel navigiert Sie auch durch Um- und Irrwege. Ihr Jahresergebnis und Ihr Businessplan sind dabei nichts anderes als ein weiterer Pflasterstein zur Verwirklichung Ihrer Kanzleiidee. Bewerten Sie also Planabweichungen mit Fokus auf das Endergebnis und lassen Sie dabei auch ihre persönlichen Wünsche und Pläne nicht unberücksichtigt.

Nutzen Sie Ihr volles Potenzial

Viele Anwälte reiben sich in ihrer Doppelrolle zwischen ihrer eigenen juristischen Tätigkeit und ihren Aufgaben als Kanzleiführer auf. Machen Sie nicht den Fehler, sich in ihren anwaltlichen Terminen zu verlieren und als Kanzleiführer den Autopilot einzuschalten. In ihren anwaltlichen Tätigkeiten sind Sie ersetzbar. In Ihrer Rolle als Kanzleiführer nicht. Verabschieden Sie sich davon, alles allein machen zu wollen. Holen Sie Ihr Team mit in die Verantwortung für die Kanzlei. Outsourcen Sie Aufgaben an Serviceprovider. Lassen Sie sich in Ihrer Funktion als Kanzleiinhaber unterstützen, damit Sie Ihr volles Potenzial entfalten können und spürbar vorankommen.

Damit 2015 zu Ihrem Erfolgsjahr wird!

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP (www.coachingorlegals.com) kann Sie mit einem maßgeschneiderten Coaching in Ihrer Rolle als Kanzleiinhaber unterstützen. Mit unseren Teamevents für Kanzleien  machen wir aus Mitarbeitern Teams. Investieren Sie noch 2015 in eine CLP-Leistung für sich oder Ihre Kanzlei! Wir passen uns ihrem Zeitplan für 2016 an.

Holen Sie sich Ihre persönliche Checkliste für Ihren erfolgreichen Jahresabschluss 2015!

1-2-3- Kanzleigründung

Vier Punkte, die bei einer Kanzleigründung oft vernachlässigt werden

Die Zeiten, in denen sich Business und Kanzlei ausschlossen, sind längst Geschichte. 164.000 Anwälte sind in Deutschland zugelassen, das sind 500 Einwohner pro Anwalt. Nicht alle Anwälte sind selbstständig und gründeten in eigener Kanzlei. Doch die Statistik zeigt, dass 80 % aller Anwälte es zumindest zeitweise sind oder waren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Doch nicht für alle Kollegen ist es verlockend, der eigene Chef zu sein, Entscheidungsfreiheit und Verantwortung zu haben, aber eben auch das geschäftliche Risiko einer Kanzleigründung zu tragen. So werden die meisten Kolleginnen und Kollegen auch nach Abschaffung der Scheinselbstständigkeit aufgrund des starken Konkurrenzdruckes eher unfreiwillig in die Gründung gezwungen. Kein Wunder: die Zahl der Anwälte in Deutschland wächst, die Zahl der Einwohner nicht, allenfalls deren “Streitwilligkeit” – was aber wiederum auch auf die steigende Zahl der Anwälte und deren Konkurrenzdruck zurückgeführt werden könnte.

Kanzleigründung ist kein Kinderspiel

Doch die Gründung einer Kanzlei, die Kanzleiführung und das Kanzleimanagement und -marketing sind kein Kinderspiel: Begriffe wie Rechnungslegung, Buchführung, Marketing, Personalführung, Steuerrecht und betriebswirtschaftliches Know How fallen in der juristischen Ausbildung allenfalls in Zusatzseminaren. Von Businessplan, Alleinstellungsmerkmal und Zielgruppendefinition hören die meisten erst, wenn sie schon als Anwalt tätig sind. Kennen Sie auch nur eine Kollegin, einen Kollegen, der Rechtswissenschaften studierte, um ein Business zu führen, ein Kanzleiunternehmen? Erinnern Sie sich noch an Ihre Kommilitonen im Hörsaal? Die meisten von denen haben Jura studiert, weil sie nicht wußten, was sie sonst machen sollten. Und Ihre Referendariatskollegen? Die meisten von denen sind Anwalt geworden, weil sie nicht wußten… Genau.

Was sagt das über unseren Berufsstand? Was sagt das über die Wirtschaftlichkeit unserer Kanzleien?

In 4 Schritten zum Kanzleigründer

Wirtschaftsstudien haben ergeben, dass nicht Fachwissen und die Qualität eines Produktes über den wirtschaftlichen Erfolg einer Kanzleigründung, eines Unternehmens entscheidet, sondern

1. die persönliche Einstellung und Zielsetzung des Inhabers

2. der Businessplan und die Unternehmensstrategie

3. die Implementierung von Strukturen

4. die Implementierung von Systemen

Die kritischsten Punkte, so ermittelten die Wissenschaftler, sind dabei regelmäßig die letzten beiden und zwar nicht bei der Gründung der Kanzlei, sondern beim Sprung vom Kleinstunternehmen zum Klein- bzw. Mittelständischen Unternehmen etwa nach 3-5 Jahren bzw. ab einer Mitarbeiterstärke von 5 Angestellten, wenn es nämlich darum geht, dass der Firmengründer vom Kanzlei – “General -Manager”, vom “Mädchen für alles” und “Allrounder” sich zum Kanzlei- und Personalführer und strategischen Visionär entwicklen muss und sich mehr und mehr aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen hat. Erforderlich sind dafür aber eben die Implementierung von Strukturen und Systemen. Was das heißt? Nun: Personalaufbau mit definierten Zuständigkeiten und Hierarchie, Organisationsstrukturen, die Entwicklung von automatisierten Arbeitsprozessen und Installierung von fein aufeinander abgestimmten Hard- und Softwaresystemen.

Obwohl bei der Implementierung von Strukturen und Prozessen in Kanzleien sicherlich Optimierungsbedarf besteht und Kanzleimanagement und -führungs – Consulting boomt, gelten die eher ersten beiden Punkte, die Entwicklung der persönlichen und unternehmerischen Strategie, als die Kritischen und werden von den Kanzleigründern fast immer übersehen. Doch gerade die Zielsetzung und Kanzleistrategie sind diejenigen, die vom allerersten Tag der Gründung über den wirtschaftlichen Erfolg und Zukunft entscheiden. Warum verwechseln wir Anwälte also immer noch unser Fachwissen mit unserer Kanzleistrategie? Halten die Investition in Fort- und Weiterbildung für unseren Businessplan?

Die Gründung einer Kanzlei ist eine Unternehmensgründung

Die Gründung einer Kanzlei ist eine Unternehmensgründung. Nehmen Sie es nicht nur hin, lernen Sie es zu lieben. Nichts ist so spannend, wie etwas Eigenes aufzubauen, es wachsen zu sehen. Und dabei nichts dem Zufall zu überlassen. Ihre persönliche Einstellung und Zielsetzung ist der erste Schritt. Die Entwicklung Ihrer Kanzleistrategie der Zweite.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP (www.coachingorlegals.com) unterstützt bei Kanzleigründungen: nicht mit Unternehmensberatung, nicht mit Marketingtools, nicht bei der Erstellung des Businessplanes. Wir sind die Spezialisten für die ersten beiden Schritte! Mit einem maßgeschneideren Coaching oder unseren kostenfreien online-Trainings und Webinaren von Juristen für Juristen bei CLP-JurBiz. Besuchen Sie auch unsere Community JurBiz auf Xing und LinkedIn und tauschen Sie sich mit anderen Kanzleigründern direkt aus!