Personalführung? Kein Problem!

Personalführung: So schlecht sind Deutschlands Chefs

Nach der aktuellen Studie „Emotionale Führung am Arbeitsplatz“, durchgeführt von Rochus Mummert, stellen die deutschen Arbeitnehmer ihren Chefs ein vernichtendes Zeugnis aus:

  • Anerkennung und Lob? Fehlanzeige
    Kein Tadel ist schon Lob genug – so offenbar die Einstellung der Chefs. Nur ein Drittel der Arbeitnehmer darf sich über lobende Worte und Anerkennung durch die Führungskraft freuen. Positive Bestärkung erwünschten Verhaltens gehört heute nach gesicherten Erkenntnissen der Psychologie zum Standardrepertoire der modernen Erziehung in Eltern- und Pädagogenkreisen; ja selbst beim Hundetraining. In der Personalführung ist es jedoch bei der Mehrheit allerdings noch nicht angekommen.
  • Ein offenes Ohr für Probleme? Wozu.
    Einen Chef, der auch bei Problemen und in Krisensituationen immer ansprechbar ist, haben nur ein Drittel der Befragten. Ansonsten gilt offenbar: in stürmischer See kämpft die Mannschaft an Bord ohne den Kapitän. Kein Wunder, denn nur 2 von 10 Chefs können offenbar mit Kritik umgehen.
  • Entdeckung und Entwicklung der Mitarbeiter? Kein Interesse
    Wer sich im Job entwickeln möchte und vielleicht auch innerhalb des Unternehmens aufsteigen möchte, ist auf seinen direkten Vorgesetzten angewiesen. Vier von fünf Arbeitnehmern fühlen sich von ihrem Chef bei der Karriereplanung aber nicht unterstützt.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur ein Drittel hält den eigenen Chef für fachlich kompetent und charakterlich als Chef geeignet.

Befragt wurden dafür 1.000 Arbeitnehmer aus allen Bereichen. Die Ergebnisse sind also einigermaßen repräsentativ und für alle Berufszweige anwendbar.

Warum Coaches die besseren Chefs sind

Anders werden laut dieser Studie offenbar nur Chefs beurteilt, die einen coachenden Führungsstil bevorzugen.

  • über die Hälfte der Arbeitnehmer hält seinen coachenden Chef für uneingeschränkt fachlich geeignet und charakterlich absolut geeignet.
  • und ebensoviele bescheinigen ihrem Chef darüber hinaus, bei Problemen wirklich immer ansprechbar zu sein.

„Der bei den Arbeitnehmern beliebteste und qualifizierteste Vorgesetzten-Typ ist in deutschen Betrieben leider unterrepräsentiert. Nicht einmal jeder vierte Beschäftigte arbeitet bei einem Unternehmen, in dem Coaching an erste Stelle steht“, sagt Hans Schlipat von Rochus Mummert. „Dabei hat nur ein emphatischer Manager nach Art eines Trainers das Potenzial, jeden Arbeitnehmer und damit den Erfolg des gesamten Betriebs langfristig positiv zu beeinflussen. Er handelt authentisch und holt den Einzelnen auch emotional dort ab, wo dieser gerade steht.“

Doch kommt es als Chef immer darauf an, bei den Mitarbeitern beliebt zu sein? Nein, selbstverständlich nicht. Zu führen heißt, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen. Immer auf Konsens zu setzen, mag Sie zum guten Teamplayer machen, nicht jedoch zu einem kompetenten Chef. Es gibt Situationen, die besser mit dem einen oder besser mit dem anderen Führungsstil gemeistert werden.

Wichtig ist jedoch, sich über seinen eigenen bevorzugten Führungsstil bewußt zu werden. Dies kann durch anonyme Mitarbeiter – Feedbacks erfolgen oder aber auch durch spezielles Coaching wie „Coaching on the Job“ oder „Schattencoaching“. Dabei begleitet der Coach die Führungskraft eine zeitlang quasi wie ein Schatten still im Hintergrund, um ihr im Anschluss ein Feedback aus der Position eines „objektiven Beobachters“ geben zu können. Auch problematische Interaktionen mit Mitarbeitern, Teamschwierigkeiten, Kommunikationsdefizite oder auch „Betriebsblindheit“ können hier aufgedeckt werden.

Mit welchem Führungsstil führen Sie?

Screen Shot 2016-05-19 at 10.44.33Nach Rochus Mummert führt etwa die Hälfte der Chefs entweder „Befehlend“ oder „Coachend“. Während sich die erste Art k0nservativ auf blinden Gehorsam stützt und Mitarbeiter zu unselbstständigen Handlangern degradiert, werden bei der  coachenden Art des Führens Mitarbeiter individuell gefördert und Aufgaben sinnvoll delegiert. Es folgen ein fordernder (16 %), ein visionärer (15 %), ein demokratischer (13 %) und ein gefühlsorientierter Stil (10 %).

Ein erfolgreicher Chef setzt also bewußt immer wieder einen coachenden Führungsstil ein:

  • weil motivierte Mitarbeiter doppelt soviel leisten und kreativer sind
  • weil nur so das volle Potenzial eines gut funktionierenden Teams genutzt werden kann
  • weil Mitarbeiter, die hinter ihm stehen, die eigene Position im Unternehmen stärken

Erfolgreicher Führen durch Coaching

Doch wie werden Sie ein coachender Chef? Coachende Chefs sind mit ihren Mitarbeitern IM GESPRÄCH, d.h. sie fragen richtig und hören aktiv zu.

  • Stellen Sie offene Fragen. Das sind Fragen, die nicht mit JA oder NEIN beantwortet werden können.  z.B. „Was können Sie hier anders tun, um zu einem erfolgreichen Ergebnis zu gelangen?“ Stellen Sie die Frage: „Was noch?“
    Lehnen Sie sich nach jeder Frage zurück und lassen Sie Ihren Mitarbeiter nachdenken und mit der Antwort kommen. In diesem Spiel gilt: Wenn Sie sich zuerst rühren, haben Sie verloren! Die einfachste Frage ist „Und?“ Nutzen Sie auch Techniken wie das Spiegeln (Wiederholen) der Mitarbeiteraussage.
  • Hören Sie zu. Dazu gehört in erster Linie eigenes Ego-und Aufmerksamkeitsmanagement, also E-mails und Handy aus, genügend ungestörte Zeit einplanen, die eigene Energiekurve und die des Mitarbeiters beachten. Aktives Zuhören ist aber auch, auf Zwischentöne („das Thema hinter dem Thema“) zu hören, Mimik- und Körpersprache (richtig) zu deuten. Oder den interkulturellen Kontext einzubeziehen.

Das alles ist nicht neu. Richtig angewendet jedoch eine Kunst, die wie alles andere auch besser mit einer fundierten und geprüften Ausbildung erlernt wird. Denn nichts ist gefährlicher als Halbwissen und Mißverstehen. Die Investition in eine Basis-Coachingausbildung gilt heute nicht von ungefähr als modernes Leadership-Training.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: Professionelle Führung und geschickte Kommunikation können erlernt werden. Deshalb bilden sie neben Personal Development and Performance die Basis-Bausteine in unserem Top Lawyer Program, einer Coachingausbildung nur für Juristen (zertifiziert und abgestimmt auf den juristischen Arbeitsalltag). Infos unter www.CLP-JurCoach.de. Jetzt anmelden zum kostenfreien Info-Webinar am Freitag!

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