Kanzlei ./. Business?

Die Zeiten, in denen sich Business und Kanzlei ausschlossen, sind längst Geschichte. 164.000 Anwälte sind  in Deutschland zugelassen, das sind 500 Einwohner pro Anwalt. Nicht alle Anwälte sind selbstständig in eigener Kanzlei tätig. Doch die Statistik zeigt, dass 80 % aller Anwälte es zumindest zeitweise sind oder waren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nicht für alle Kollegen ist es verlockend, der eigene  Chef zu sein, Entscheidungsfreiheit und Verantwortung zu haben, aber eben auch das geschäftliche Risiko zu tragen. So werden die meisten Kolleginnen und Kollegen auch nach Abschaffung der Scheinselbstständigkeit aufgrund des starken Konkurrenzdruckes eher unfreiwillig in die Selbstständigkeit gezwungen. Kein Wunder: die Zahl der Anwälte in Deutschland wächst, die Zahl der Einwohner nicht allenfalls deren „Streitwilligkeit“ – was aber wiederum auch auf die steigende Zahl der Anwälte und deren Konkurrenzdruck zurückgeführt werden könnte.

Begriffe wie Rechnungslegung, Buchführung, Marketing, Personalführung, Steuerrecht und betriebswirtschaftliches Know How fallen in der juristischen Ausbildung  allenfalls in Zusatzseminaren. Von Businessplan, Alleinstellungsmerkmal und Zielgruppendefinition hören die meisten erst, wenn sie schon als Anwalt tätig sind. Kennen Sie auch nur eine Kollegin, einen Kollegen, der Rechtswissenschaften studierte, um ein Business zu führen, ein Kanzleiunternehmen? Erinnern Sie sich noch an Ihre Kommilitonen im Hörsaal? Die meisten von denen haben Jura studiert, weil sie nicht wußten, was sie sonst machen sollten. Und Ihre Referendariatskollegen? Die meisten von denen sind Anwalt geworden, weil sie nicht wußten… Genau.

Was sagt das über unseren Berufsstand? Was sagt das über die Wirtschaftlichkeit unserer Kanzleien?
Wirtschaftsstudien haben ergeben, dass nicht Fachwissen und die Qualität eines Produktes über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens entscheidet, sondern

1. die persönliche Einstellung und Zielsetzung des Inhabers

2. der Businessplan und die Unternehmensstrategie

3. die Implementierung von Strukturen

4. die Implementierung von Systemen

Die kritischsten Punkte, so ermittelten die Wissenschaftler, sind dabei regelmäßig die letzten beiden und zwar nicht bei der Gründung des Unternehmens, sondern beim Sprung vom Kleinstunternehmen zum Klein- bzw. Mittelständischen Unternehmen etwa nach 3-5 Jahren bzw. ab einer Mitarbeiterstärke von 5 Angestellten, wenn es nämlich darum geht, dass der Firmengründer vom „General Manager“, vom „Mädchen für alles“ und „Allrounder“ sich zum Personalführer und strategischen Visionär entwicklen muss und sich mehr und mehr aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen hat. Erforderlich sind dafür aber eben die Implementierung von Strukturen und Systemen. Was das heißt? Nun: Personalaufbau mit definierten Zuständigkeiten und Hierarchie, Organisationsstrukturen, die Entwicklung von automatisierten Arbeitsprozessen und Installierung von fein aufeinander abgestimmten Hard- und Softwaresystemen.

Das ist bei Kanzleien anders: Obwohl auch hier sicherlich bei der Implementierung von Strukturen und Prozessen Optimierungsbedarf besteht, gelten die ersten beiden Punkte, die Entwicklung der persönlichen und unternehmerischen Strategie, als die Kritischen.

– Nur 6 von 10 Juristen sagen von sich, sie sind der Jurist, der sie sein möchten (siehe unsere Umfrage von 12/2012).

– 8 von 10 Juristen sagen, Sie bräuchten für die berufliche und private Entwicklung professionelle Unterstützung (siehe unsere Umfrage vom 10/2014).

Diese Umfragen bestätigen die obigen Erfahrungen unter den Jura-Studierenden und Referendaren.
Doch gerade die ersten beiden Punkte sind diejenigen, die vom allerersten Tag der Gründung des Unternehmens über dessen wirtschaftlichen Erfolg und Zukunft entscheiden! Warum verwechseln wir Anwälte also immer noch unser Fachwissen mit unserer Kanzleistrategie? Halten die Investition in Fort- und Weiterbildung für unseren Businessplan?

Wie steht es tatsächlich um Ihre persönliche Einstellung und Zielsetzung, Ihre Kanzleistrategie für das laufende Jahr, die nächsten drei Jahre, fünf Jahre?

Wieviel Business steckt in Ihrer Kanzlei? Wissen Sie, wie hoch Ihr Tagessatz ist, Ihr Stundensatz? Wie hoch Ihre monatlichen Belastungen jenseits der laufenden Kosten sind? Wie aktuell ist Ihr Businessplan?

Eine Checkliste für Ihre Kanzleistrategie und die Ermittlung Ihrer Stundensätze finden Sie am Ende des Beitrages.

 

Kanzlei ./. Business?

Kanzlei ist Business. Nehmen Sie es nicht nur hin, lernen Sie es zu lieben. Nichts ist so spannend, wie etwas Eigenes aufzubauen, es wachsen zu sehen. Und dabei nichts dem Zufall zu überlassen.

Ihr persönliche Einstellung und Zielsetzung ist der erste Schritt.

Die Entwicklung Ihrer Kanzleistrategie der Zweite.

In diesem Sinne!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Wollen Sie wissen, wie hoch Ihr Stundensatz wirklich ist? Holen Sie sich die aktuelle Aufstellung und die Checkliste für Ihre Kanzleistrategie als Bonus für unsere „Gipfelstürmer“-Interessenten unter www.clp-jurcoach.de.

Achtung: Die Anmeldung für das nächste Führungsseminar für Anwälte und Juristen ist schon vom 13.-15.03.2015.

 

 

 

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