Innovation and the Legal sector

„Change is not in our DNA“

1. Cebit 2016: ohne uns?

Als Legal Dienstleister auf der Cebit? Coaching, Training und Mentoring als innovative technische Lösung?

Mit dem Thema „Start up: LEGAL“ präsentieren wir die neuesten Trends und Innovationen in der Rechtsbranche und moderne Kanzleikonzepte auf der Cebit 2016 – Interessant für Juristen und Anwälte, die sich über die Zukunftsfähigkeit ihres Berufes Gedanken machen und bereit sind, (selbst gesetzte) Grenzen zu überschreiten, aber auch für Unternehmen, die den Legal Sector als Zielgruppe und vertikalen Markt erschließen möchten!

„Change is not in our DNA?“ – innovation in the legal sector –

Hören Sie unsere Keynote zum Thema auf dem Corporate Stage der Cebit 2016 am Freitag, den 18.03.2016 um 13.00 Uhr! Oder ab dem 21.03.2016 hier!

2. Expat in the City 2016: legal career abroad

Gibt es eine juristische Existenz im „Jenseits“? Ist der Anwaltsberuf und die juristische Karriere aufgrund der Ausbildung im deutschen Recht an Deutschland und die deutschen Grenzen gebunden? Die Globalisierung zwingt den Legal Sector zum Paradigmenwechsel.

Doch welche Karrierechancen und beruflichen Möglichkeiten gibt es wirklich jenseits der deutschen oder gar der europäischen Grenzen?

„Legal career abroad“ – Besuchen Sie unseren Workshop auf der „Expat in the City“ am 06.03.2016 um 11.30 Uhr in der BMW Welt München!

Alle unsere Keynotes und Workshops zum Thema auf der „Cebit 2016“ in Hannover und der „Expat in the City“ in München finden Sie übrigens unter www.coachingforlegals.com oder in unserem aktuellen Newsletter!

Wir freuen uns auf Sie!

3. Haben Sie auch etwas Spannendes zu sagen?

Sind Sie Anwalt oder Jurist und haben Sie ein besonderes Kompetenzthema, mit welchem Sie Kollegen unterstützen und inspirieren können? Ein Thema, welches Sie auf Trainings, Konferenzen und Tagungen präsentieren möchten?

Dann bewerben Sie sich als CLP-Referent! Infos unter www.coachingforlegals.com.

Change is not in our DNA? Von wegen!

 

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: Kennen Sie jemanden, den das interessieren könnte? Bitte weitersagen!

Unsere Empfehlung-Boni finden Sie unter www.coachingforlegals.com!

 

Advertisements

Anwaltskarriere: Erfolg im Anwaltsberuf ist kein Zufall (Interview mit Dr. Schönbohm LL.M., Linklaters, Frankfurt/M.)

Erfolg im Anwaltsberuf ist kein Zufall.

Ist es immer nur das Ergebnis harter Arbeit? Oder kommt es auch darauf an, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun? Was ist das Geheimnis erfolgreicher Juristen? Worauf sollte man von Anfang an achten? Ergreift man wirklich jede Chancen? Und ist die Entscheidung für die Karriere tatsächlich eine Entscheidung gegen ein erfülltes Privatleben?

In unsere Reihe “Erfolg im Anwaltsberuf ist kein Zufall” stellen wir Ihnen Top-Juristen und ihr ganz persönliches Erfolgsrezept vor.

JSchoenbohm_press_colour (7)

 

 

Dr. Julia Schönbohm, LL.M. (Fordham) 
wurde nach nur 6 Berufsjahren Partner. Sie ist spezialisiert auf grenzüberschreitende Patentverletzungsverfahren und heute Partnerin bei Linklaters in Frankfurt am Main.

Ich habe sie nach ihrem Erfolgsrezept gefragt.

Frau Dr. Schönbohm, am 27. November 2015 fand der erste PANDA University Wettbewerb für den Fachbereich „Law“ an der European Business School in Wiesbaden statt. Ich hatte das Vergnügen, Sie an diesem Tag – nebenbei gesagt: hochschwanger mit ihrem zweiten Kind – von ihrem Weg „von der Absolventin zur Partnerin“ berichten zu hören.

  1. Ein Fachgebiet, für welches man sich interessiert und welches einem passt, ist ein Privileg und eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg.

Ja, mein Weg „von der Absolventin zur Partnerin“ begann in Hamburg und führte über New York nach Frankfurt. Nach Abschluss meiner Promotion in Hamburg hatte ich die Möglichkeit, mich im Rahmen eines LL.M. Studienganges in den USA auf den gewerblichen Rechtsschutz zu spezialisieren. Als ich 1992 mit dem Studium begann, gab es das noch nicht als Schwerpunktbereich. Meine Kommilitonen spezialisierten sich auf das Gesellschaftsrecht und meine Kommilitoninnen auf das Arbeitsrecht. Europarecht war so mit der außergewöhnlichste Schwerpunktbereich, den es damals gab.

Ein Fachgebiet zu studieren, das einen fasziniert und in dem man arbeiten möchte, empfand ich als großes Privileg. Wenn man mit Herzblut und Leidenschaft bei der Sache ist, spüren das Mandanten, Kollegen und Vorgesetzte. Man ist dann immer besser als jemand, dem die Faszination für die Sache fehlt.

  1. Neben dem Fachwissen und guten Englischkenntnissen schadet eine Sensibilität für kulturelle Unterschiede nicht.

Gutes Englisch ist für die tägliche Arbeit in einer internationalen Großkanzlei ein Muss. Ich habe durch das Studium in New York mein eingerostetes Schulenglisch auf Vordermann bringen können. Man lernt nicht nur die Sprache, sondern auch die Menschen und kulturelle Besonderheiten kennen. Diese „Cultural Awareness“ erleichtert die Zusammenarbeit sehr.

  1. Man muss Chancen erkennen und ergreifen.

 Anfang 2008 hatte ich die Möglichkeit, den Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes als Partnerin in einer internationalen Kanzlei aufzubauen. Das fand ich spannend und habe die Chance ergriffen. Das war ein Sprung in das kalte Wasser. Ob so eine Entscheidung richtig ist oder nicht, weiß man vorher nicht. Umso erleichterter ist man hinterher, wenn sie sich als richtig herausstellt. Ein bisschen Glück gehört immer dazu.

Seit Dezember 2014 baue ich diesen Bereich bei Linklaters auf. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit sind grenzüberschreitende Patentverletzungsver­fahren. Auch das war eine tolle Chance. Ich bin froh, dass ich sie wahrgenommen habe.

  1. Karriere und Familie.

Inzwischen bin ich seit 15 Jahren als Anwältin tätig. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Das betrifft insbesondere die Karrierechancen von Frauen.1915 gab es in Deutschland weniger als 5000 weibliche Studentinnen. Inzwischen ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen zu Beginn des Studiums und auch noch beim Berufseinstieg in Großkanzleien ziemlich ausgeglichen. Das ändert sich in den Jahren danach. Auf Partnerebene ist der Anteil der Frauen dann deutlich geringer.

Das möchte man ändern, und ich kann nur alle Frauen ermuntern, das zu ändern. Es ist es eine gute Zeit für Frauen, um in Führungspositionen zu kommen. Allerdings wollen nicht alle Frauen eine Führungsposition. Dafür gibt es viele Gründe. Ein wichtiger Grund sind Zweifel an der Vereinbarkeit solch einer Position mit einer Familie. Viele ausgezeichnete Kolleginnen schlagen nach ein paar Jahren in einer Großkanzlei einen anderen Karriereweg ein und probieren es nicht einmal aus. Das ist schade.

Welcher Karriereweg richtig ist, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Es gibt es kein allgemein gültiges „Richtig“ oder „Falsch“, sondern nur die richtige oder falsche Entscheidung für einen persönlich. Für mich war der Inhalt der Tätigkeit ausschlaggebend. Macht einem die Aufgabe Spaß, ist man in der Regel auch erfolgreich. Für einen spannenden Job fällt es auch leichter, weniger Zeit mit der Familie zu verbringen.

Insgesamt ist es gerade für Frauen eine spannende Zeit voller Möglichkeiten. Die Türen stehen weit offen. Das lädt dazu ein, durchzulaufen und die Chancen zu ergreifen.

  1. Am Ende machen die Menschen den Unterschied.

Als ich mich für die erste Kanzlei entscheiden musste, war das unmittelbare Team ausschlaggebend. Meine Entscheidung habe ich nie bereut. Ich bin jeden Tag gerne ins Büro gegangen. Und ich gehe auch heute noch jeden Tag gerne ins Büro.

Wenn man nach folgendem sucht und es findet, kann eigentlich nichts mehr „schief gehen“:

  1. Das Team. Wichtig sind die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet. Diese machen jeden Tag den Unterschied. Man verbringt oft mehr Zeit mit seinen Kollegen als mit seiner Familie. Man muss authentisch sein können, sich aufgehoben fühlen und auf einer Wellenlänge liegen.
  2. Der Inhalt. Man sollte ein Rechtsgebiet finden, das einem Spaß macht und das einem liegt. Jemand, dem die Arbeit keinen Spaß macht, wird nie so gut und überzeugend sein wie jemand, der mit Herzblut und Leidenschaft dabei ist. Das spüren Mandanten, Kollegen und Vorgesetzte.
  3. Vorbilder. Man sollte immer den Kontakt zu Leuten suchen, die in bestimmten Dingen besser sind und von diesen lernen.
  4. Einen Mentor. Man braucht jemand, der die Stärken erkennt und fördert, der einem Verantwortung überträgt und den Raum lässt, den man braucht, um sich zu entwickeln, und der einem mit Rat und Tat zur Seite steht.
  5. Mut. Den braucht man, um den für einen selbst richtigen Weg zu erkennen und zu gehen, egal wohin er einen führt. Das bedeutet auch, dass man sich traut, die Konsequenzen zu ziehen, wenn man feststellt, dass der eingeschlagene Weg nicht der richtige ist.

Vielen Dank.

Frau Dr. Schönbohm lebt mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in Frankfurt am Main und engagiert sich neben ihrer Arbeit für die Förderung von Nachwuchsjuristinnen.

Ihr persönliches Lebensmotto lautet:

Schaue wie es geht und nicht, wieso es nicht gehen könnte.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP unterstützt als Kooperationspartner und Sponsor den JUVE Award für Nachwuchsförderung und Diversitiy für den besten Arbeitgeber für Juristen in Deutschland.

Mit Training, Coaching und Mentoring unterstützen wir Kanzleien und Juristen bei der beruflichen und unternehmerischen Weiterentwicklung. Finden Sie den für Sie passenden Anwaltscoach oder Juristencoach unter www.coachingforlegals.com.

Das war 2015!

Wir präsentieren stolz unseren „CLP 2015 – Annual Report“!

Das Jahr 2015 war für uns das Jahr der Superlative: Wir vervielfachten unseren Umsatz, gewannen zahlreiche neue Kunden und hunderte neue Leser und Zuhörer. Wir möchten uns deshalb bei all unseren Kunden, Kooperationspartnern und Lesern auf herzlichste bedanken! Ohne Euch wäre das alles nicht möglich gewesen!

CLP 2015 - Annual Report

Und nun starten mit Euch in das Jahr 2016! Neugierig auf unser neues Programm?

Hier geht es zum Info-Webinar und unserem CLP-Programm 2016!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP (www.coachingorlegals.com) unterstützt Sie beispielsweise 2016 erstmals mit maßgeschneiderten Kanzlei-Incentivs und -Events. Informationen erhalten Sie auf http://www.clp-JurBiz.de oder in unserem Informations-Webinar “CLP 2016”.

1-2-3- Kanzleigründung

Vier Punkte, die bei einer Kanzleigründung oft vernachlässigt werden

Die Zeiten, in denen sich Business und Kanzlei ausschlossen, sind längst Geschichte. 164.000 Anwälte sind in Deutschland zugelassen, das sind 500 Einwohner pro Anwalt. Nicht alle Anwälte sind selbstständig und gründeten in eigener Kanzlei. Doch die Statistik zeigt, dass 80 % aller Anwälte es zumindest zeitweise sind oder waren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Doch nicht für alle Kollegen ist es verlockend, der eigene Chef zu sein, Entscheidungsfreiheit und Verantwortung zu haben, aber eben auch das geschäftliche Risiko einer Kanzleigründung zu tragen. So werden die meisten Kolleginnen und Kollegen auch nach Abschaffung der Scheinselbstständigkeit aufgrund des starken Konkurrenzdruckes eher unfreiwillig in die Gründung gezwungen. Kein Wunder: die Zahl der Anwälte in Deutschland wächst, die Zahl der Einwohner nicht, allenfalls deren “Streitwilligkeit” – was aber wiederum auch auf die steigende Zahl der Anwälte und deren Konkurrenzdruck zurückgeführt werden könnte.

Kanzleigründung ist kein Kinderspiel

Doch die Gründung einer Kanzlei, die Kanzleiführung und das Kanzleimanagement und -marketing sind kein Kinderspiel: Begriffe wie Rechnungslegung, Buchführung, Marketing, Personalführung, Steuerrecht und betriebswirtschaftliches Know How fallen in der juristischen Ausbildung allenfalls in Zusatzseminaren. Von Businessplan, Alleinstellungsmerkmal und Zielgruppendefinition hören die meisten erst, wenn sie schon als Anwalt tätig sind. Kennen Sie auch nur eine Kollegin, einen Kollegen, der Rechtswissenschaften studierte, um ein Business zu führen, ein Kanzleiunternehmen? Erinnern Sie sich noch an Ihre Kommilitonen im Hörsaal? Die meisten von denen haben Jura studiert, weil sie nicht wußten, was sie sonst machen sollten. Und Ihre Referendariatskollegen? Die meisten von denen sind Anwalt geworden, weil sie nicht wußten… Genau.

Was sagt das über unseren Berufsstand? Was sagt das über die Wirtschaftlichkeit unserer Kanzleien?

In 4 Schritten zum Kanzleigründer

Wirtschaftsstudien haben ergeben, dass nicht Fachwissen und die Qualität eines Produktes über den wirtschaftlichen Erfolg einer Kanzleigründung, eines Unternehmens entscheidet, sondern

1. die persönliche Einstellung und Zielsetzung des Inhabers

2. der Businessplan und die Unternehmensstrategie

3. die Implementierung von Strukturen

4. die Implementierung von Systemen

Die kritischsten Punkte, so ermittelten die Wissenschaftler, sind dabei regelmäßig die letzten beiden und zwar nicht bei der Gründung der Kanzlei, sondern beim Sprung vom Kleinstunternehmen zum Klein- bzw. Mittelständischen Unternehmen etwa nach 3-5 Jahren bzw. ab einer Mitarbeiterstärke von 5 Angestellten, wenn es nämlich darum geht, dass der Firmengründer vom Kanzlei – “General -Manager”, vom “Mädchen für alles” und “Allrounder” sich zum Kanzlei- und Personalführer und strategischen Visionär entwicklen muss und sich mehr und mehr aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen hat. Erforderlich sind dafür aber eben die Implementierung von Strukturen und Systemen. Was das heißt? Nun: Personalaufbau mit definierten Zuständigkeiten und Hierarchie, Organisationsstrukturen, die Entwicklung von automatisierten Arbeitsprozessen und Installierung von fein aufeinander abgestimmten Hard- und Softwaresystemen.

Obwohl bei der Implementierung von Strukturen und Prozessen in Kanzleien sicherlich Optimierungsbedarf besteht und Kanzleimanagement und -führungs – Consulting boomt, gelten die eher ersten beiden Punkte, die Entwicklung der persönlichen und unternehmerischen Strategie, als die Kritischen und werden von den Kanzleigründern fast immer übersehen. Doch gerade die Zielsetzung und Kanzleistrategie sind diejenigen, die vom allerersten Tag der Gründung über den wirtschaftlichen Erfolg und Zukunft entscheiden. Warum verwechseln wir Anwälte also immer noch unser Fachwissen mit unserer Kanzleistrategie? Halten die Investition in Fort- und Weiterbildung für unseren Businessplan?

Die Gründung einer Kanzlei ist eine Unternehmensgründung

Die Gründung einer Kanzlei ist eine Unternehmensgründung. Nehmen Sie es nicht nur hin, lernen Sie es zu lieben. Nichts ist so spannend, wie etwas Eigenes aufzubauen, es wachsen zu sehen. Und dabei nichts dem Zufall zu überlassen. Ihre persönliche Einstellung und Zielsetzung ist der erste Schritt. Die Entwicklung Ihrer Kanzleistrategie der Zweite.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: CLP (www.coachingorlegals.com) unterstützt bei Kanzleigründungen: nicht mit Unternehmensberatung, nicht mit Marketingtools, nicht bei der Erstellung des Businessplanes. Wir sind die Spezialisten für die ersten beiden Schritte! Mit einem maßgeschneideren Coaching oder unseren kostenfreien online-Trainings und Webinaren von Juristen für Juristen bei CLP-JurBiz. Besuchen Sie auch unsere Community JurBiz auf Xing und LinkedIn und tauschen Sie sich mit anderen Kanzleigründern direkt aus!

Zurück in die Zukunft!

Wer kennt ihn nicht? Den Film, in dem Martin McFly 1985 mit einem DeLorean in der Zukunft landet, genauer gesagt am 21. Oktober 2015, also heute.

Was damals in unvorstellbar weiter Ferne lag, ist heute Realität. Oder konnte sich einer von Euch damals vorstellen, was er am 21.10.2015 machen würde, wie sein Leben aussehen würde?

Gerade noch den Film angeschaut – und schwups – ist es dreißig Jahre später! Und wir alle sind mitten drin in der Zukunft. Sitzen am Schreibtisch und lesen Blogs, Juristen-Blogs! Wär hätte das gedacht. – Immerhin hatte Martin noch seinerzeit nur mit den Schultern gezuckt, als „Doc“ nebenher erwähnte, dass es „nun“ im Jahr 2015 keine Anwälte mehr gibt und die Gerichte so effizient und schnell wären wie nie zuvor.

Gerade noch haben wir uns mit Lehrern rumgeschlagen, die mit Matura- und Abituranforderungen nervten; saßen in Uni-Hörsälen, bohrten in der Nase und kämpften gegen eine übermächtige Müdigkeit an, während wir uns schworen, nie wieder mitten in der Woche mit den Kumpels abzuhängen oder zumindest dann nicht am nächsten Morgen schon um neun im Hörsaal zu sitzen. Vielleicht hast Du Dich 1985 auch schon in irgendeinem kleinen Zimmerchen direkt neben der Teeküche durch Berge von verstaubten Akten gewühlt, während Du Dich gefragt hat, warum in aller Welt Du Jura studiert hast oder wann Dir endlich ein Fall wie in „Die Firma“ unterkommen würde. Ach ja, den gab es ja damals noch gar nicht – erst acht Jahre später!

Es gab noch zwei deutsche Staaten, zwei Rechtssysteme und zwei Arten von Juristen: diejenigen in Westdeutschland und den politischen Beruf des ostdeutschen Anwalts.

Heute, 30 Jahre später, gibt es nur noch ein Deutschland und eine juristische Ausbildung. Die Zahl der Anwälte hat sich von 40.000 im Jahre 1985 auf 163.000 vervierfacht. Der rasanteste Anstieg erfolgte in den zehn Jahren nach der Wiedervereinigung: von 1990 bis 2000 hat sich die Zahl von 56.000 auf 104.000 nahezu verdoppelt. Dabei ist sicherlich der Zuwachs durch die neuen Länder zu berücksichtigen, so dass sich die Mandantenzahl pro Anwalt in dieser Zeit nicht ohne weiteres halbiert hat (s.Statistik). Heute stellen wir uns als Berufsstand den Herausforderungen der Digitalisierung. Das beA ab dem Jahr 2016 wirbelt den fein konservierten Staub auf den Arbeitsprozessen und Standards in Gerichten und Kanzleien ganz ordentlich auf: ein frischer Wind bläst durch die Branche. Die AdvotTec auf dem jährlichen DAT boomt, Kanzlei – IT wird vielfältig und individuell und Themen wie Innovation und Start-up sind auch für Kanzleien kein Fremdwort mehr. Und der juristische Beruf ist heute insgesamt weiblicher geworden: Schon in den 90er Jahren entsprach der Frauenanteil in den rechtswissenschaftlichen Studiengängen nahezu 45 %. Heute sind diese Frauen in der Praxis angekommen, wenn auch noch nicht überall in den Entscheidungspositionen, Kanzlei-Partnerschaften, Spitzenverdienerreihen und Berufsvereinsvorständen. Aber es wird!

Nach dieser Entwicklung bin ich schon jetzt auf den 21.10.2045 gespannt! Den wir alle hoffentlich noch erleben werden. Auf dem Stuttgarter Wissensforum am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit, Deutschlands führenden Zukunftsvisionär Sven Gabor Janszky von „2b AHEAD“ life zu erleben. Wie er unsere unsere Branche sah?

Hier ein Auszug aus seiner Trendstudie zum Kundenverhalten 2020:

„Heute sind die Kunden von morgen gerade mal 17 Jahre alt. Im Jahr 2020 werden die Menschen zur gleichen Sekunde über Handy, Spielekonsole, ICQ, studiVZ im Hintergrund MP3s hören und evtl. läuft der Fernseher auch noch. Man trifft sich mit seinen Communities und entscheidet darüber, ob Marken relevant sind oder nicht. Die Vernetzung des Konsumenten hat die Machtverhältnisse verschoben. Der Konsument vertraut mehr denn je seinen Wahlverwandtschaften. Interagiert und kommuniziert wird mit anderen Menschen. Der Weg zum Kunden führt daher verstärkt nicht mehr über Werbemedien – sondern über seine Beziehungen. Produktdifferenzierungen finden vorrangig in immateriellen Dimensionen statt – nicht in technischen Details und Preis. Die Bedürfnisse des Konsumenten sind sozialer und emotionaler Art: Anerkennung, Zugehörigkeit, Vertrauen, Orientierung. Die wichtigsten zukünftigen Innovationen finden im Servicebereich statt. Spezialistenwissen wie bei Ärzten und Anwälten wird an Bedeutung verlieren“ – so seine ausdrückliche Mahnung in Stuttgart.

Was heißt das für Anwaltskanzleien? Rechtsinformationen werden für jeden immer und überall kostenfrei abrufbar sein. Ein Besprechungstermin mit dem Anwalt in einigen Tagen? Viel zu lang. Kanzleien werden sich auf das Kunden-/Mandantenverhalten einstellen und ebenso flexibel, online und rund um die Uhr reagieren, zumindest mit automatisierten Prozessen. Mandantenakquise wird daher in den Hintergrund treten; Pflege nachhaltiger Mandantenbeziehungen hingegen in den Fokus rücken müssen. Wichtig aber ist dabei: Kanzleien müssen eine Servicekultur entwicklen. Und eine menschliche Identität. Nur damit sind ihre Leistungen unterscheidbar und nur dann bedienen sie Mandantenbedürfnisse.

Fachweiterbildungen und Fachanwaltsspezialisierungen? Austauschbar! Kann  der Anwalt gegenüber der Wissens-Konkurrenz aus den online-Foren hier tatsächlich standhalten? Und wodurch genau unterscheidet sich der Fachanwalt für Verkehrsrecht vom Kollegen um die Ecke, ebenfalls Fachanwalt für Verkehrsrecht? Was uns als Anwälte unverwechselbar macht und unsere Mandanten an uns binden wird, wird unsere Persönlichkeit sein.

Akquise durch Kanzleimarketing und Entwicklung von Kanzleimarken? Kann schmückendes Beiwerk sein. Aber am Ende des Tages können wir nur persönlich überzeugen. Ein knackiger Slogan oder eine Corporate Identity in dunkelblau wird den Mandanten nicht die emotional Anerkennung und Zugehörigkeit vermitteln können oder Vertrauen und Orientierung geben.

Die Prognose für den Anwaltsmarkt hört sich für mich nach den „guten alten Zeiten“ an: als der Mandant nämlich zum Anwalt kam, weil der schon immer allen helfen konnte, ein echt super Typ war und in der  Gemeinde diese ein, zwei Projekte wirklich zum Laufen gekriegt hat.

Zurück in die Zukunft. So schnell wie die ersten 30 Jahre vergangen sind, werden auch die nächsten vergehen. So manche Prognose wird nicht oder nicht so eintreten. Doch schon heute in uns und unsere persönliche Entwicklung zu investieren wird sich so oder so auszahlen: auch wenn wir am Ende einfach nur als Jurist glücklich sind.

In diesem Sinne – Zurück in die Zukunft. Zurück an die Arbeit. Zurück an den Schreibtisch!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Die besten Filmszenen findet Ihr übrigens auf Zeit online (hier). Und keine Sorge – die Tagesschau hat tatsächlich die Filmnachrichten gelesen (mehr dazu hier) – die richtigen Nachrichten „aus der Zukunft“/von heute gibt es heute Abend zur gewohnten Zeit 🙂

Achtung! Achtung! Hier kommt unsere „Zurück in die Zukunft-Aktion“:

In Kürze beginnt bei CLP (www.coachingorlegals.com) eine besondere Gelegenheit, schon jetzt in Seminare, Workshops und Coachings für Anwälte und Juristen für 2016 zu investieren: jetzt buchen und ganz entspannt 2016 an den für Sie passenden Terminen Ihre persönliche Weiterbildung absolvieren! Mehr dazu unter www.CLP-JurBiz.de ab Freitag oder über unseren eNewsletter.

Vergleichen? Ja Bitte!

Gerade komme ich vom Coachingtag in Berlin. Intensive und inspirierende Tage mit den besten Coaches Deutschlands – Coaches, die seit 10 oder 20 Jahren mit aller Leidenschaft und erfolgreich mit Executives und Managern der deutschen Wirtschaft arbeiten. Ich bin Anwaltscoach und verglichen mit ihnen Anfänger: arbeite ich doch erst seit knapp vier Jahren als professioneller Coach mit meinen Kollegen.

Da kam mir der Artikel von Sonja Kreye im online Magazin EditionF gerade recht, deren Veröffentlichung sie hier an dieser Stelle freundlicherweise zustimmte:

„Zugegeben: Auch mich ziehen Vergleiche mit anderen – erfolgreichen – Menschen an manchen Tagen runter. Was auch immer „erfolgreich“ dabei heißt. Genauso oft ist der Vergleich für mich aber auch Ansporn. Dieser Text ist ein Plädoyer dafür, Wettbewerb nicht immer so negativ zu sehen.

Was machen Vergleiche mit uns?

Was auch immer „Erfolg“ für jeden selbst bedeutet: Wir sind alle nur Menschen. In guten Zeiten und wenn wir uns selbst erfolgreich fühlen, macht uns der Vergleich mit anderen erfolgreichen Menschen überhaupt nichts aus. An schlechten Tagen ziehen uns Vergleiche runter.

Nicht selten fragen wir uns beim Vergleichen jedoch auch, warum wir selbst noch nicht so weit sind, warum der oder die andere hat, was wir nicht haben und wie wir selbst eben auch unsere Ziele erreichen. Und genau das ist für mich ein großer Ansporn, weiter zu machen, neue Wege auszuprobieren, sich noch nicht mit dem Erreichten zufrieden zu geben und eben genauso erfolgreich zu werden (wie wir zwar nicht genau wissen, aber meinen, dass die andere Person es ist).

Ich plädiere dafür, den Vergleich und den Wettbewerb durchaus mal sportlich zu sehen. Aus meiner aktiven (aber längst abgeschlossenen) Sportlerkarriere nehme ich für mich mit, dass Wettbewerb sehr spannend sein kann. Und ich gebe zu: Ich liebe das Gewinnen.

Wer nicht gewinnt, verliert nicht gleich. Vergleichen kann auch anspornen!

Gewinnen heißt außerhalb des Spielfeldes ja nicht, dass unbedingt ein anderer verloren hat oder geschlagen wurde. Gewinnen heißt, das zu erreichen, was man sich selbst vorgenommen hat.

Ich würde mich freuen, wenn viele weitere Kollegen Vergleich und Wettbewerb als Ansporn nutzen. Und den Wettbewerb eben sportlich sehen. Im Rahmen eines solchen Wettbewerbs lässt es sich nämlich auch hervorragend kooperieren. Wenn denn die eigenen Ängste, die mit dem Vergleichen auch immer einhergehen, erst mal abgelegt werden.

Erfolgreich sein heißt daher für mich auch immer, über sich selbst hinaus zu wachsen, die eigenen menschlichen Ängste zu überwinden und das Leben und das Business einfach mal wieder sportlich zu sehen.“

Sportlich sehen also: Was mich mit meinen Coach-Kollegen verbindet und wo wir uns gleichen, ist unsere Professionalität als ICF-Coach und unsere Verpflichtung zu international festgelegten Qualitätsmerkmalen und Werten. Was mich jedoch unterscheidet ist meine Zielgruppe: meine Anwälte und Juristen, die noch bis vor wenigen Jahren als uncoachbar galten. Eine Fehleinschätzung. Und heute nach fast vier Jahren Anwaltscoach bin ich als Anwalt der einzige zertifizierte ICF-Business-Coach und der einzige, der ausschließlich mit Anwälten und Juristen arbeitet. Und ich liebe es! Verglichen mit meinen Coach-Kollegen bin ich als Anwaltscoach ein „alter Hase“. Auch wegen meiner 15 Jahre eigenen Erfahrung als Anwältin.

Als einer der Senior-Coaches seine Keynote in Berlin mit den Worten eröffnete: „Warum ich so erfolgreich Executive coache? Ich war selber jahrzehntelang Executive und liebe sie einfach!“, dachte ich: „Bingo. Dann habe ich ja alles richtig gemacht!“.

Vergleichen? Aber Ja: denn nur dann sind die feinen Unterschiede zu erkennen, auf die es so oft ankommt. Nicht wahr?!

Und nicht zuletzt: wir Anwälte lieben das Vergleichen ohnehin – nicht nur wegen der dann entstehenden Vergleichsgebühr. Mehr als fünfzehn Jahre als Anwältin hat in mir das Wort „Vergleich“ aber fest als Fachbegriff für eine „Einigung“ auch inhaltlich damit verbunden. Vergleichen muss also nicht immer Konkurrenz bedeuten, sondern kann auch ein „Einig-Sein“, ein „Miteinander-Sein“ sein – um mit Sonja beim Sport zu bleiben: ein Zusammen-in-die-Zielgerade-einbiegen.

In diesem Sinne – Lasst uns vergleichen!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Möchten Sie wissen wo Sie stehen? Was Ihr Unterscheidungsmerkmal ist? Dann freu ich mich über Ihre Nachricht unter office@coachingforlegals.com (Infos hier).

bloglovin

Der Coaching (Wahn)Sinn

„Die Arbeitsleistung steigern, Führungskompetenz entwickeln, neue Fähigkeiten einüben: Um berufliche Ziele zu erreichen, gilt Coaching als probates Mittel. Zunehmend beauftragen auch kleine und mittelständische Unternehmen, öffentliche Behörden, Bildungsträger oder Krankenhäuser Coaches. In Deutschland arbeiten derzeit etwa 8.000 Coaches. Der Branchenumsatz liegt in Deutschland pro Jahr bei 450 Millionen Euro. Weltweit werden mit den Fortbildungen jährlich 1,9 Milliarden Dollar umgesetzt. Damit stehen wir nach den USA und Großbritannien weltweit auf Rang drei. Coaching ist der Megatrend der Weiterbildung.“

Der deutsche Fernsehsender 3sat bringt es in der Beschreibung zu seiner Wissenschaftsdokumentation „Coachingwahn“ vom 01.10.2015 auf den Punkt (hier ansehen): An Coaching kommt heute keiner mehr vorbei. Was in den 90er Jahren als Trend aus den USA kommend hier in Deutschland zunächst auf Skepsis stiess, hat sich heute längst auch in der deutschen Wirtschaft, Bildung und Beratung etabliert. Arbeitgeber wissen es als Problemlöser zu schätzen. Kunden bestätigen „Coaching hilft“. Bachelor- und Diplomarbeiten beweisen die Wirksamkeit von Coaching empirisch.

Soweit die dargestellten Zahlen und Fakten; soweit so gut.

Und doch zieht sich durch die „Wissenschaftsdoku“ ein fahler Beigeschmack wie schon der Titel der Sendung mit „Coachingwahn“ erahnen lässt: vermutlich wäre es kein deutsches Bildungsfernsehen, würde der „kritische“ Blick auf diese Erfolgsgeschichte fehlen.

Richtig ist zwar, dass Coaching kein akademisches Studienfach ist – das war Psychologie bis vor 150 Jahren auch nicht. Es gilt als Weiterbildung, die meist auf einen bereits vorhandenen akademischen Abschluss erfolgt. Eine Coachingausbildung dauert im Durchschnitt 200 Stunden, umfasst Theorie- und Praxiseinheiten, kostet ca. 5.000€ und muss fortlaufend durch Weiterbildungen erneuert werden. Die  Gewerbeaufsicht, Industrie- und Handelskammern sowie Verbraucherschutzverbände haben klar definiert, wer sich unter welchen Voraussetzungen Coach nennen und als solcher arbeiten darf. Viele der Berufsverbände für Coaches, wie etwa die „Internationale Coach Federation“ (ICF) mit 15.000 Mitgliedern weltweit, die an diesem Wochenende in Berlin ihr 20-jähriges Bestehen feiert, haben sich selbst freiwillig noch strengeren, transparenten und international einheitlichen Qualitätsstandards unterworfen. Coachingstunden kosten je nach Thema und zugrunde liegender beruflicher Qualifikation des Coaches ab 75 €, weniger als eine Klavierstunde oder eine Handwerkerstunde (wie beispielsweise für einen LernCoach für Kinder, der das individuelle Lernprofil ermittelt und Lernerfolge durch Ausbau der Lernstärken erzielt).

Die in der Dokumentation beschriebene Gefahr, dass sich also jeder nach einem Wochenendkurs für 300€ Coach nennen darf und als solcher für teuer Geld arbeitet, besteht wohl kaum. Für den Kunden gilt hier dasselbe wie bei jeder anderen Dienstleistung: „Trau Schau Wem“.

Um dem geneigten Zuschauer in den 45 Minuten Sendezeit nicht mit nüchternen Fakten und Kritik zu langweilen, fügte der Verfasser farbenfrohe Bilder von schamanischen Feuerzeremonien, hypnotischen Pendelbewegungen und Figuren-Aufstellungen ein; Szenen wie man sich in Deutschland Anfang der 90er Jahre Coaching vorstellte, als sich allenfalls Therapeuten dieser neuen Methode zuwandten. Heute wird in nahezu allen Berufsverbänden für Coaches Coaching strikt zu Therapie, Beratung, Training, Mediation und Lehre abgegrenzt: Der Coach unterstützt und beschleunigt die Steigerung des persönlichen und professionellen Potentials des Coachees, wobei die Ergebnisse des Coachings allein aus den Entscheidungen und Handlungen des Klienten herrühren (Definition des ICF). Der Coach berät nicht, er vermittelt nicht und er bringt nichts bei. Der Coach ersetzt keine ärztliche Diagnose und arbeitet nur mit gesunden Klienten. Ideen aus der Esoterik oder Scientology sind ausdrücklich nicht Bestandteil von Coaching. Aber Berufsverbände kamen in der Dokumentation nicht zu Wort. Dann hätte auch der gerade erst im Frühjahr 2015 verabschiedete einheitliche „Coachingstandard“ des RTC – dem Round Table der zehn größten deutschen Berufsverbände für Coaches – erwähnt werden müssen. Ebenso wie der Leitfaden zum Qualitätsmanagement im Einzelcoaching des ICF.

Dennoch hört man den Sprecher im Hintergrund besorgt resümieren: „prinzipiell kann jeder als Berater tätig werden und deshalb gibt es in der Branche auch viele schwarze Schafe“. Schade, dass sich 3sat mit „Coachingwahn“ so wenig Mühe gegeben hat und gedankenlos über „diesen Megatrend der Weiterbildung“ schlecht recherchierte Halbwahrheiten, garniert mit Polemik als „3sat-Wissenschaftsdokumentation“ ausstrahlt.

Der Erfolgsgeschichte des Coachings, dem „Coachingwahn“ wird es keinen Abbruch tun. Allenfalls dem Namen des Senders. Denn im Journalismus ist es wohl wie im Coaching: entweder man arbeitet professionell, Werten und Qualität verpflichtet – oder eben nicht.

In diesem Sinne –

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Haben Sie Fragen zu Coaching oder den ICF-Qualitätsstandards? Dann freu ich mich über Ihre Nachricht unter office@coachingforlegals.com (Infos hier).

Am Besten testen? Auf geht´s zur kostenfreien Coaching – Discovery Session (Infos hier).

zu Blog-connect

Business-Coaching für Juristen – Wie aus Juristen gute Torschützen werden


Business Coaching für Juristen:
Wie aus Juristen gute Torschützen werden

Was ist der Unterschied zwischen einem Freizeit-Kicker und einem Profi-Fußballer? Der Ball ist rund, entscheidend is auf’m Platz und jedes Spiel dauert neunzig Minuten. Doch während die Leidenschaft für den Amateur im Vordergrund steht, ist Spielfreude für den Profi höchstens noch Mittel zum Zweck. Für den geht es um Marktwert, um wirtschaftlichen Erfolg. Der wird an Toren gemessen, nicht an Schönheit oder balltänzerischer Eleganz.

Ganz ähnlich ist das bei uns Juristen. Für einen Profi hält sich jeder: Wie die Fußballgötter haben wir schließlich eine kräftezehrende Ausbildung und harte Auslese durchlaufen, um von dem, was wir tun, leben zu können. Viele von uns halten jedoch Erfahrung, (Verhandlungs-) Geschick und (Fach-)Wissen für die entscheidenden Werte und verwechseln die Erfolge für ihre Mandanten mit den eigenen. Dass es um das Tore Schießen geht, um den harten wirtschaftlichen Erfolg, wird dabei übersehen.

Wo, bitte, geht’s denn hier zum Tor?

Was vielen Anwälten und Kanzleien fehlt, ist eine ausgewiesene Strategie. Das liegt nicht so sehr daran, dass Juristen von Strategie nichts verstehen. Ein Ziel zu definieren, dieses anzuvisieren und taktisch darauf hinzuarbeiten, ist für uns Anwälte allgegenwärtig, wenn wir uns um die Ansprüche unserer Mandanten kümmern. Doch wie Schuster, die die schlechtesten Schuhe haben, legen wir zu wenig Wert auf das Entwickeln und Verfolgen einer eigenen Geschäftsstrategie. Studien zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht allein von der Qualität der Dienstleistung, sondern mindestens genauso von der persönlichen Zielsetzung des Unternehmensinhabers, vom Businessplan und der Geschäftsstrategie sowie von der Implementierung von Strukturen und Systemen abhängt[1]. Allein auf Akquisition, Aus- und Weiterbildung zu setzen, genügt also auch bei uns Anwälten nicht. Dass es bei der Implementierung von Strukturen und Prozessen, also bei Kanzleiorganisation und -management Optimierungsbedarf gibt, ist bekannt. Dort jedoch zu beginnen hieße, das Pferd von hinten aufzuzäumen.

Bei achtzig Prozent der Kanzleien fehlt es in Zeiten, in denen der stärker werdende Konkurrenzdruck das wirtschaftliche Bewusstsein weckt, an der persönlichen und unternehmerischen Strategie[2], die den wirtschaftlichen Erfolg unserer anwaltlichen Tätigkeit sichert und dabei die Besonderheiten und Vorgaben unseres Berufsstands ebenso berücksichtigt wie die private Zufriedenheit. Es fehlt also an den Grundvoraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg.

Die Dringlichkeit steigt. 164.000 Anwälte sind in Deutschland zugelassen[3]. Seit 1990 hat sich die Zahl der Zulassungen verdreifacht. Kamen 1950 noch 5.000 Einwohner auf einen Anwalt, sind es jetzt nur noch 500[4]. Die rechtswissenschaftlichen Studiengänge sind trotz Zugangsbeschränkungen überfüllt. Ein Anwalt verdient heute mit derselben Tätigkeit weniger als noch vor Jahren[5].
In anderen Branchen lässt man sich in solchen Zeiten durch Coaching helfen. Unter Juristen ist das eher selten. Wenn Life- und Business-Coaches uns Anwälte dann auch noch mit Führungskräften in der Wirtschaft vergleichen und bemängeln, dass „viele Rechtsanwälte weit davon entfernt seien, die Anforderungen an wirtschaftlich erfolgreiche Partner zu erfüllen“[6], wird klar, dass es da allseitiger Aufklärung bedarf. Zum einen bei den Beratern, die schlicht noch nicht verstanden haben, dass es unserem Selbstverständnis als freier Beruf und den Anforderungen an uns als Organ der Rechtspflege widerspricht, beruflich wie Executives und Manager in der freien Wirtschaft zu agieren. Um beim Sportbild zu bleiben: Hier verlangt ein Basketballcoach vom Fußballspieler, es mit Korbwürfen zu versuchen. Das funktioniert in der Tat nicht. Zum anderen aber auch bei uns Juristen. Ein Fußballteam würde sicher nicht auf die Idee kommen, einen Basketballcoach zu verpflichten. Akzeptiert wird nur, wer die Spielregeln kennt und eigene Spiel- und Turniererfahrung mitbringt. So wie ein Fachanwalt für IT-Recht PC-und Internet-Erfahrung mitbringen muss. Warum also Coaches aus anderen Branchen buchen und sich später vorwerfen lassen, dass der Coaching-Erfolg nur deshalb nicht eingetreten sei, weil man selbst nicht coachbar wäre[7]? Es gibt Alternativen: Coaches, die Ihre Sprache sprechen. Coaches, die selbst erfahrene Juristen sind. Die sich wie Anwälte explizit zur Verschwiegenheit verpflichten und mit einer Berufshaftpflichtversicherung arbeiten. Die die Anforderungen an gesicherte Datenübertragungen und § 15 FAO[8] kennen.

Das, was für den Fußballprofi der Fußballtrainer ist, ist für den Anwalt der Anwaltscoach: Gutes, solides Business-Coaching für Anwälte und Juristen kann nur von Anwälten und Juristen geleistet werden, die wissen, auf was es in unserer Branche ankommt und über eine zertifizierte professionelle Coachingausbildung verfügen[9]. Vielleicht klappt es so auch wieder mit dem Tore Schießen.

 

In diesem Sinne!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Interesse an Business-Coaching für Juristen und Anwälte von qualifizierten Anwalts-Coaches? Dann fordern Sie jetzt Ihren Besprechungstermin unter office@coachingforlegals.com an.

PPS: Dieser Beitrag von CLP erscheint in der aktuellem Sonderausgabe der NJW Heft 24/2015 am 10.06.2015!

[1] aus: The E-Myth Attorney; M. Gerber, R. Armstrong (JD), S.Fisch (JD)

[2] aus: The E-Myth Attorney; M. Gerber, R. Armstrong (JD), S.Fisch (JD)

[3] BRAK-Statistik vom 01.01.2015, wobei 60 % zwischen 30 und 50 Jahren sind, sich also in der sog. Rush-Hour des Lebens mit Doppelbelastung durch Familien und Beruf befinden

[4] BRAK-Statistik vom 01.01.2015, auch wenn die Streitwilligkeit des einzelnen Mandanten wohl steigt, was wiederum auf den Konkurrenzdruck innerhalb der Anwaltschaft zurückgeführt werde könnte

[5] Als wäre dies nicht schon genug, steht unserer Berufsstand vor den beiden größten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte: Digitalisierung und Gender Shift. Mit der Umsetzung des elektronischen Rechtsverkehrs und Einführung des besonderen elektronischen Anwaltpostfachs (beA) zum Januar 2016 wird die Digitalisierung unaufhaltsam auch in der letzten Anwaltskanzlei Deutschlands Einzug halten. Zugleich wird der seit Jahrhunderten männlich dominierte Anwaltsberuf schon in den nächsten Jahren überwiegend von Anwältinnen ausgeübt werden.

[6] siehe NJW 24/2014 vom 12.06.2014

[7] siehe Spiegel-online vom 06.12.2013

[8] anerkannte Weiterbildung i.S.d. Fachanwaltsordnung

[9] Siehe den Artikel “So wird Ihr Coaching zum Erfolg” im BLOG Jurcoach vom 04.11.2014

Kanzlei ./. Business?

Die Zeiten, in denen sich Business und Kanzlei ausschlossen, sind längst Geschichte. 164.000 Anwälte sind  in Deutschland zugelassen, das sind 500 Einwohner pro Anwalt. Nicht alle Anwälte sind selbstständig in eigener Kanzlei tätig. Doch die Statistik zeigt, dass 80 % aller Anwälte es zumindest zeitweise sind oder waren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nicht für alle Kollegen ist es verlockend, der eigene  Chef zu sein, Entscheidungsfreiheit und Verantwortung zu haben, aber eben auch das geschäftliche Risiko zu tragen. So werden die meisten Kolleginnen und Kollegen auch nach Abschaffung der Scheinselbstständigkeit aufgrund des starken Konkurrenzdruckes eher unfreiwillig in die Selbstständigkeit gezwungen. Kein Wunder: die Zahl der Anwälte in Deutschland wächst, die Zahl der Einwohner nicht allenfalls deren „Streitwilligkeit“ – was aber wiederum auch auf die steigende Zahl der Anwälte und deren Konkurrenzdruck zurückgeführt werden könnte.

Begriffe wie Rechnungslegung, Buchführung, Marketing, Personalführung, Steuerrecht und betriebswirtschaftliches Know How fallen in der juristischen Ausbildung  allenfalls in Zusatzseminaren. Von Businessplan, Alleinstellungsmerkmal und Zielgruppendefinition hören die meisten erst, wenn sie schon als Anwalt tätig sind. Kennen Sie auch nur eine Kollegin, einen Kollegen, der Rechtswissenschaften studierte, um ein Business zu führen, ein Kanzleiunternehmen? Erinnern Sie sich noch an Ihre Kommilitonen im Hörsaal? Die meisten von denen haben Jura studiert, weil sie nicht wußten, was sie sonst machen sollten. Und Ihre Referendariatskollegen? Die meisten von denen sind Anwalt geworden, weil sie nicht wußten… Genau.

Was sagt das über unseren Berufsstand? Was sagt das über die Wirtschaftlichkeit unserer Kanzleien?
Wirtschaftsstudien haben ergeben, dass nicht Fachwissen und die Qualität eines Produktes über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens entscheidet, sondern

1. die persönliche Einstellung und Zielsetzung des Inhabers

2. der Businessplan und die Unternehmensstrategie

3. die Implementierung von Strukturen

4. die Implementierung von Systemen

Die kritischsten Punkte, so ermittelten die Wissenschaftler, sind dabei regelmäßig die letzten beiden und zwar nicht bei der Gründung des Unternehmens, sondern beim Sprung vom Kleinstunternehmen zum Klein- bzw. Mittelständischen Unternehmen etwa nach 3-5 Jahren bzw. ab einer Mitarbeiterstärke von 5 Angestellten, wenn es nämlich darum geht, dass der Firmengründer vom „General Manager“, vom „Mädchen für alles“ und „Allrounder“ sich zum Personalführer und strategischen Visionär entwicklen muss und sich mehr und mehr aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen hat. Erforderlich sind dafür aber eben die Implementierung von Strukturen und Systemen. Was das heißt? Nun: Personalaufbau mit definierten Zuständigkeiten und Hierarchie, Organisationsstrukturen, die Entwicklung von automatisierten Arbeitsprozessen und Installierung von fein aufeinander abgestimmten Hard- und Softwaresystemen.

Das ist bei Kanzleien anders: Obwohl auch hier sicherlich bei der Implementierung von Strukturen und Prozessen Optimierungsbedarf besteht, gelten die ersten beiden Punkte, die Entwicklung der persönlichen und unternehmerischen Strategie, als die Kritischen.

– Nur 6 von 10 Juristen sagen von sich, sie sind der Jurist, der sie sein möchten (siehe unsere Umfrage von 12/2012).

– 8 von 10 Juristen sagen, Sie bräuchten für die berufliche und private Entwicklung professionelle Unterstützung (siehe unsere Umfrage vom 10/2014).

Diese Umfragen bestätigen die obigen Erfahrungen unter den Jura-Studierenden und Referendaren.
Doch gerade die ersten beiden Punkte sind diejenigen, die vom allerersten Tag der Gründung des Unternehmens über dessen wirtschaftlichen Erfolg und Zukunft entscheiden! Warum verwechseln wir Anwälte also immer noch unser Fachwissen mit unserer Kanzleistrategie? Halten die Investition in Fort- und Weiterbildung für unseren Businessplan?

Wie steht es tatsächlich um Ihre persönliche Einstellung und Zielsetzung, Ihre Kanzleistrategie für das laufende Jahr, die nächsten drei Jahre, fünf Jahre?

Wieviel Business steckt in Ihrer Kanzlei? Wissen Sie, wie hoch Ihr Tagessatz ist, Ihr Stundensatz? Wie hoch Ihre monatlichen Belastungen jenseits der laufenden Kosten sind? Wie aktuell ist Ihr Businessplan?

Eine Checkliste für Ihre Kanzleistrategie und die Ermittlung Ihrer Stundensätze finden Sie am Ende des Beitrages.

 

Kanzlei ./. Business?

Kanzlei ist Business. Nehmen Sie es nicht nur hin, lernen Sie es zu lieben. Nichts ist so spannend, wie etwas Eigenes aufzubauen, es wachsen zu sehen. Und dabei nichts dem Zufall zu überlassen.

Ihr persönliche Einstellung und Zielsetzung ist der erste Schritt.

Die Entwicklung Ihrer Kanzleistrategie der Zweite.

In diesem Sinne!

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka

PS: Wollen Sie wissen, wie hoch Ihr Stundensatz wirklich ist? Holen Sie sich die aktuelle Aufstellung und die Checkliste für Ihre Kanzleistrategie als Bonus für unsere „Gipfelstürmer“-Interessenten unter www.clp-jurcoach.de.

Achtung: Die Anmeldung für das nächste Führungsseminar für Anwälte und Juristen ist schon vom 13.-15.03.2015.

 

 

 

Ihre Neujahrsvorsätze 2015

Das Jahr 2015 ist erst wenige Wochen alt: Für viele von uns starteten die ersten beiden Wochen wie immer sehr ereignisreich und arbeitsintensiv. Schwierig, sich dann auch noch die frischgefassten Neujahrsvorsätze täglich ins Gedächtnis zu rufen und an deren Umsetzung zu arbeiten.

Doch dieses Jahr soll es ja nun endlich klappen mit der Umsetzung!

Schließlich sind einige unserer Vorsätze schon keine wirklichen Newcomer mehr und haben bereits das eine oder andere Jahresende verstaubt in der Besenkammer erlebt. Höchste Zeit, sie in diesem Jahr nun endlich in die Tat umzusetzen.

Doch warum fällt uns die Realisierung so mancher guten Absicht so schwer? Ist sie uns am Ende nicht wichtig genug? Schließlich haben wir die letzten Jahre nicht gerade erfolglos an unseren Karrieren gebastelt und uns ständig – wenn auch in kleinen Schritten – weiterentwickelt. Es lief also ganz gut ohne sie… Und doch: Warum halten wir an ihnen fest; schleppen sie von Jahr zu Jahr wie eine alte Einkaufstüte mit uns herum und kramen sie pünktlich zum Jahreswechsel wieder hervor?

Sicherlich haben auch sie in dem Bestreben, dieses Jahr nun endlich etwas anders zu machen, all die guten Tipps und Ratschläge der Top-Coaches gelesen. Und wahrscheinlich auch die vielen Beiträge dazu, warum man keine Neujahrsvorsätze fassen sollte…

Nun: das hier ist der letzte und einzig wichtige Beitrag zu diesem Thema für 2015!

„Wenn heute Dein letzter Tag auf dieser Welt wäre, würdest Du das machen wollen, was Du heute vorhast zu tun?“ Steve Jobs

Diese Frage sollten Sie mit einem knappen JA oder NEIN beantworten.

Und Sie sollten sich diese Frage jeden Morgen stellen, unmittelbar bevor sie die Welt zu sich hineinlassen: noch im Bett bevor Sie die Augen aufschlagen, beim Blick in den Badezimmerspiegel oder beim ersten Morgenkaffee. Sie sollten sich diese Frage stellen und sie sich ehrlich beantworten. Nicht nur, weil es tatsächlich der letzte Tag in Ihrem Leben sein könnte. Sie sollten sich immer dann diese Frage stellen, wenn Sie den Anspruch an sich selbst haben, Ihren Job nicht nur gewöhnlich und durchschnittlich zu machen!  Denn Sie werden heute nur dann großartige Leistungen vollbringen, wenn Sie das, was sie machen, wirklich gern tun!

Am Ende des Tages sollten Sie sich fragen, ob Sie nach Ihren Maßstäben das Leben genossen haben, geliebt haben und geliebt worden sind und die Welt ein wenig zum Guten verändert haben:

„LIVE. LOVE. MATTER.“ Brendon Burchard

Die einfache Erfolgsformel für ein erfülltes und glückliches Leben.

Und weil es Ihr Leben ist, sollte es Ihnen kostbar genug sein, dass Sie zumindest an den meisten Tagen, diese Fragen mit JA beantworten können.

Vergessen Sie Neujahrsvorsätze! Lernen Sie die JA´s zu schätzen!

Stellen Sie sich die richtigen Fragen. Jeden Tag.

Und beantworten Sie sie. Jeden Tag.

Denn Ihre Gedanken formen die Welt, Ihre Welt. So geht Veränderung. So geht 2015.

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

PS: Für unsere aktuellen Neuigkeiten und Events abonnieren Sie unseren kostenfreien eNewsletter unter www.coachingforlegals.com!