So wird Ihr Coaching zum Erfolg!

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Im letzten BLOG wurde das eindeutige Abstimmungsergebnis veröffentlicht: Ja, auch Juristen brauchen einen Coach. Und es wurde die Frage beantwortet: Was für einen Coach brauchen Juristen?

So wie bei allen anderen Berufsgruppen ist es auch für den Erfolg des Coachings bei Juristen entscheidend, dass Sie mit dem Richtigen Coach zusammenarbeiten.

Der richtige Coach bringt zwei wesentliche Faktoren mit:

1. eine nachweisbare Qualifikation, die von einem unabhängigen Dritten/einem Berufsverband nach eindeutigen, transparenten Standards geprüft/zertifiziert worden ist und

2. berufsspezifisches Know How, d.h. der Coach verfügt im Idealfall nicht nur vom Hören-Sagen und theoretisch über Insider- und Branchenwissen, sondern hat eigene berufliche oder private Erfahrungen im juristischen Beruf.

Im Sommer griff erstmals auch die NJW (NJW 24/2014 vom 12.06.2014) das Thema „Business Coaching für Juristen und Anwälte“ auf. Die Autoren, geprüfte und zertifizierte Life- und Business-Coaches, die seit Jahren erfolgreich mit Führungskräften in Unternehmen arbeiteten, waren immer mal wieder vereinzelt von Juristen und Anwälten beauftragt worden. Die Life- und Businesscoaches verglichen in der NJW diese Rechtsanwälte mit Führungskräften in der Wirtschaft und bemängelten, dass „viele Rechtsanwälte weit davon entfernt seien, die Anforderungen an wirtschaftlich erfolgreiche Partner zu erfüllen“ (NJW 24/2014 vom 12.06.2014).

Kann man die Arbeit eines Rechtsanwaltes tatsächlich mit der einer Führungskraft in der Wirtschaft vergleichen? Sicher nicht: das widerspricht unserem Selbstverständnis als freier Beruf und den Anforderungen an uns als Organ der Rechtspflege! Branchenspezifisches Know How lag hier offensichtlich nicht vor. Statt dessen wurde versucht, den juristischen Beruf mit „wirschaftlichem Weitblick zu coachen“. Was im Ergebnis sowohl für den Klienten als auch den Coach offensichltich mehr als unbefriedigend war. Zutreffend war allerdings die Fesstellung der Life- und Business-Coaches, dass „die Persönlichkeitswirkung des Anwaltes/der Anwältin im Rahmen seiner/ihrer Berufsausbildung an Bedeutung gewinnt“! Dies bestätigte schon allein das Thema des diesjährigen Deutschen Anwaltstages in Stuttgart „Der Anwalt als Unternehmer“.

Für den Coachingerfolg ist also die Qualifikation und das berufliche Know How entscheidend.

Spiegel-online fasst die Erfolgsfaktoren so zusammen:

  • Ein Coach sollte ausreichend Berufs- und Lebenserfahrung haben. Je nach Problemstellung am besten auch noch im Bereich und in der Branche seines Klienten.
  • Er sollte möglichst auf mehrere Methoden zurückgreifen können und nicht nur auf eine fixiert sein.
  • Er sollte sich regelmäßig einer Supervision unterziehen. Dabei bespricht er seine anonymisierten Beratungsfälle mit einem Experten.
  • Er sollte Referenzpersonen nennen können, bei denen sich der potentielle Klient informieren kann.
  • Er sollte ein – am besten: kostenloses – unverbindliches Vorgespräch anbieten und dabei seine Vorgehensweise und den zeitlichen Ablauf darlegen.
  • Er sollte mit dem Klienten einen Coaching-Vertrag abschließen, bei dem das Ziel definiert und die vorläufige Stundenzahl festgelegt wird. Bestandteil sollte auch eine Erfolgskontrolle sein.
  • Er sollte nicht finanziell auf einzelne Aufträge angewiesen sein. Der Klient sollte das Coaching daher jederzeit ohne Zusatzkosten abbrechen können.
  • Die Chemie muss stimmen. Denn einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist eine gute Beziehung zwischen Coach und Klienten.

Im nächsten BLOG werden wir uns die weiteren Voraussetzungen genauer ansehen. Denn woran erkennt man eigentlich als potentieller Klient, ob die Chemie stimmt und ob der Coach finanziell auf diesen Auftrag angewiesen ist?

Bleiben Sie also dran!

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

PS: Wenn Sie sich für unsere Programme von Juristen für Juristen interessieren, abonnieren Sie einfach unseren kostenfreien eNewsletter unter http://www.coachingforlegals.com. Auf Sie wartet dort unser TIME SAVER als kleines Dankeschön.

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Ihre Abstimmung hat ergeben: Ja, Juristen brauchen einen Coach!

Brauchen Juristen einen Coach?

Das Ergebnis Ihrer Abstimmung ist eindeutig:

60 % JA

20 % JA, mag sein

20 % NEIN, sie brauchen eher Humor

Auch Juristen brauchen also einen Coach.

Die Australische James Cook University hat kürzlich zusammen mit dem britischen Insititute for Employment Studies (IES) über 600 Coaching-Klienten aus 34 Ländern dazu befragt, ob Business-Coaching sinnvoll sei: 90 % der Befragten antworteten mit JA. Unser Abstimmungsergebnis spiegelt also durchaus den allgemein wachsenden Bedarf und den Stellenwert von Coaching für den beruflichen Erfolg wider. 84 % der Begraften gaben jedoch in dieser Studie auch an, so eine IES-Sprecherin, dass nicht immer alles reibungslos verlaufen sei, weil der beauftragte Coach nicht über die erforderliche Qualifikation oder das Know How verfügte.

Welche Qualifikation und welches Know How sollte also ein Coach mitbringen, damit das Coaching für den Anwalt und Juristen erfolgreich verläuft?

Die Qualifizierungsmöglichkeiten eines Coaches sind vielfältig – ebenso wie die Ausbildungsmöglichkeiten zum Coach. Diese variieren nicht nur von Land zu Land sondern sogar innerhalb eines jeden Landes. Allein die International Coach Federation (ICF) der Dachverband aller Coaches weltweit, etabliert seit einigen Jahren einheitliche, weltweit geltende Standards: die ICF – Kernkompetenzen und Ethikrichtlinien (nachzulesen hier), welche klar definierte Qualitätsmerkmale für die Coachingvereinbarung, den Kommunikationsprozess und den Coachingerfolg umreißen. Ein nach diesen Standards ausgebildeter Coach kann vom ICF später zertifiziert werden, wenn er nachweist, dass er die erforderliche Praxiserfahrung aufweist. Ähnlich wie beim Erwerb des Fachanwalts ist neben dem Erwerb der theoretischen Weiterbildung eine bestimmte Quantität und Qualität an Coachingtätigkeit erforderlich. Außerdem muss jeder Coach, der die Zertifizierung durch den ICF anstrebt, neben dieser theoretischen und praktischen Erfahrung auch noch seine Coachingarbeit mit einem erfahrenen Mentorcoach überarbeiten und überprüfen lassen. Erst wenn alle diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann sich der Coach für den Zertifizierungsprozess des ICF anmelden, der dann noch einmal eine theoretische und eine praktische Prüfung umfasst. Entscheidet sich ein Coachee/ ein Kunde also für einen ICF-zertifizierten Coach, entscheidet er sich für die höchstmögliche Qualifizierung des Coaches. Sämtliche anderen Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten sind weder einheitlich messbar noch bewertbar.

Doch welches Know How sollte ein Coach unabhängig von seiner Qualifikation als Coach mitbringen? Spiegel-online berichtet von der frustierenden Erfahrung eines Juristen mit einem Business-Coach, der keinerlei Vorkenntnisse für die Anforderungen des anwaltlichen Berufes oder Erfahrung in der Arbeit mit Juristen besaß. Der Coachingprozess gestaltete sich deshalb nicht nur langwierig und zäh, weil viele alltägliche Details zum Verständnis des Coaches erst erklärt werden mussten. Sondern der Coach sprach trotz dieser Erklärungen schlicht nicht „die Sprache des Juristen“, so dass sich dieser nicht ernst genommen und verstanden fühlte. Spiegel-online kommt deshalb mit dem Juristen zu dem Ergebnis, dass neben der Qualifikation des Business-Coaches dessen eigene Erfahrung im juristischen Beruf und im Umgang mit dieser Berufsgruppe – also dessen Know How – von entscheidender Bedeutung für den Coachingerfolg beim Anwalt ist.

Sind also Qualifikation und Know How des Coaches die maßgebenden Faktoren für den Erfolg eines Coachings beim Anwalt?

Lesen Sie dazu im nächsten BLOG! Ebenso wie zu den „Tipps für die Wahl eines guten Coaches für Anwälte und Juristen“.

 

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

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Deshalb haben sich Juristen coachen lassen… (5)

Im letzten Beitrag haben Sie erfahren, wie auch dann, wenn alles “gut zu laufen” scheint, plötzlich Veränderungen  anstehen können, die alles auf den Kopf stellen und wie wichtig es in diesen Situationen ist, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben, der den juristischen Beruf kennt und über ausreichend eigene Erfahrung verfügt, um durch diesen Prozess der Neuorientierung sicher und erfolgreich zu navigieren. Ich berichtete von Juristen, die sich freiwillig oder unfreiwillig dem Verlust ihres Arbeitsplatzes stellen mußten und einen Neuanfang jenseits des alten Berufs wagten.

Heute möchte ich von Kollegen berichten, die sich ebenfalls in schier ausweglosen Situationen befanden, sich jedoch einem Neuanfang in ihrem Beruf stellten und damit „die Flucht nach vorn“ antraten.

Der erste Fall handelt von einem Anwalt, der sich unmittelbar nach dem Studium in eine kleine Allgemeinkanzlei eingekauft hatte. Mit dem Ausscheiden des Seniors übernahm er wenige Jahre später schließlich auch noch dessen Anteil. Die Kanzlei lief mehr schlecht als recht. Die Mandanten waren in der kleinen Stadt seit Jahrzehnten unter den 10 ortsansässigen Kanzleien aufgeteilt, so dass an Expansion nicht zu denken war. Neben seinem nicht unerheblichen Bafög-Kredit musste er nun auch noch das Darlehen für den Kanzleikredit jeden Monat verdienen. Überdies drängte ihn der Senior, auch noch das Haus, in dem sich die Kanzlei befand, zu übernehmen, da es stark renovierungsbedürftig war. Unser Kollege tat was er konnte, arbeitete rund um die Uhr, doch es war abzusehen, dass die Einnahmen nicht seine Ausgaben würden decken können. Seine Ersparnisse waren so gut wie aufgebraucht. Und er musste ernüchtert feststellen, dass der gekaufte Mandantenstamm zu einem Großteil überaltert oder mit dem Senior weggeblieben war und Neukunden zu finden alles andere als einfach war. Er besuchte alle örtlichen Kleinunternehmer, stellte sich in der Stadtverwaltung vor, besuchte Stammtische und Vereine… Doch zusätzliche Einnahmen brachte dies nicht. Im Gegenteil: so wie die Stadt zusehends von jungen Leuten verlassen wurde, die sich anderswo eine Arbeit suchten, wurden auch die Mandate die blieben immer kleiner und unlukrativer. Es schien schier nicht mehr weiter zugehen: Die Kanzlei einfach zusperren und in eine Großstadt ziehen war jedoch mit dem Kredit undenkbar. Ebenso wie Neukunden innerhalb des Einzugsbereiches zu aquirieren. Kollegen hatten ihm empfohlen sich zu spezialisieren, eine Mediatorenausbildung zu machen oder einen Fachanwaltstitel. Doch dafür fehlten ihm schlicht das Geld. Auch sah er nicht, wie sich das dann auszahlen sollte. Als er zu CLP kam, waren nahezu alle laufenden Mandate PKH-Sachen, die noch nicht vor der Abrechnung standen. Was konnte man in dieser Situation tun? Der Kollege liebte seinen Beruf. Er war gern Allgemeinanwalt in der Kleinstadt. Der Haken war halt nur, dass er davon schlicht nicht leben konnte.

So wie diesem Kollegen geht es hunderten, ja tausenden Anwälten. Das mag daran liegen, dass immer mehr Kollegen auf den Anwaltsmarkt strömen, ohne sich Gedanken zu einem Businessplan gemacht zu haben. Das mag aber auch an der unzureichenden Vorbereitung und Ausbildung unserer Juristen liegen, denen außer den klassischen Berufsbildern keine Alternativen aufgezeigt werden und die in keiner Weise auf die Selbstständigkeit vorbereitet werden. Wir begannen unsere Arbeit damit, den Status Quo zu analysieren. Nach der von CLP entwickelten „Handcoaching-Methode“ sind genau fünf Schritte für eine Neuausrichtugn notwendig: den „Status Quo“ zu betrachten und zu analysieren ist der erste und damit wichtigste Schritt, eine Veränderung der Situation einzuleiten. Mit Perspektivenwechsel gelang es uns, Einkommensmöglichkeiten jenseits des traditionellen Anwaltsberufes zu definieren. Es wurde immer deutlicher, dass dieses „Gefangensein“ in der lokal gebundenen  Situation eigentlich diesem traditionellen, antiquiierten Verständnis des Anwaltsberufes entsprang und daher tatsächlich nur in der Vorstellung und Gedankenwelt unseres Anwaltes bestand. Als diese alten Denkmuster jedoch einmal aufgebrochen waren, schienen die Möglichkeiten endlos zu sein. Wir begleiteten ihn Schritt für Schritt durch jeden einzelnen der fünf Schritte unserer „Handcoaching-Methode“, entwickleten seine individuelle Strategie und begleiteten ihn bei der Umsetzung. Das Schönste war für mich dabei zu sehen, wie sein Berufstraum  – Jurist in einer Kleinstadt-Allgemeinkanzlei zu sein – gerettet werden konnte: tatsächlich und für ihn persönlich.

Der zweite Fall ereignete sich ebenfalls in einer Allgemeinkanzlei. Allerdings handelte es sich hier um eine Anwältin, die die Kanzlei unmittelbar nach dem Studium aufgemacht hatte – als sie gerade mit ihrem ersten Kind schwanger war. Bald schon kam Kinder Nummer zwei und während ihr Mann das Familieneinkommen ganztägig in seinem Job verdiente, betrieb sie die Kanzlei neben Haushalt und Kinderversorgung und deshalb größtenteils halbtags, manchmal nur stundenweise irgendwie zwischendurch. Zwar hatte sie nur geringe Kosten, da sie von einem Zimmer im eigenen Haus aus arbeitete, Mandanten meistens besuchte und kein Personal (außer der Putzfrau) beschäftigte. Doch die wenigen Stunden, in denen sie arbeiten konnte, genügten einfach nicht, einen soliden Mandantenstamm aufzubauen und kontinuierliches Einkommen zu generieren. Zeit für Marketing oder Akquise hatte sie ohnehin nicht. Die Situation lief so seit einigen Jahren, die Kinder waren mittlerweile Schulkinder und nicht mehr ganz so betreuungsintensiv, da verschärfe sich die Situation als plötzlich ihr verwitweter Vater zum Pflegefall wurde. Für sie stand außerfrage, dass sie ihn aufnehmen und pflegen würde, immerhin waren die Geschwister weit weg und hatten anspruchsvolle Jobs. Es kam wie es kommen musste: sie hatte den Aufwand der Pflege völlig unterschätzt, der Zustand ihres Vaters hatte sich rapide verschlimmert und natürlich waren die Schulkinder doch nicht so pflegeleicht wie gedacht. In ihrer Kanzlei arbeite sie nur noch nachts, Pflege, Kinder und Haushalt beanspruchten sie sieben Tage die Woche, an Urlaub war nicht mehr zu denken – ebenso an Sport oder Zeit für sich selbst und ihren Mann. Es war ein Hamsterrad, dass sich immer schneller drehte. Der Kollaps stand unmittelbar bevor. Als ihre Schwester kam, um sie und ihren Vater zu besuchen, erfasste diese sofort die Situation – wie das für Außenstehende oft so einfach ist: zwar konnte sie sie nicht bei der Pflege entlasten, riet ihr aber dringend, sich helfen zu lassen. Bei der Pflege, im Alltag und letztlich auch beim eigenen Lebensentwurf. Sie unterstützte sie sogar konkret und stellte Kontakte her und entlastete sie für die Zeit ihres Daseins. Ich begann mit der Anwältin zu arbeiten und es stellte sich heraus, dass sie zutiefst unzufrieden und ausgebrannt war. Sie liebte ihren Beruf und fühlte sich verraten in der Rolle, die die Gesellschaft und alle anderen ihr vermeintlich zuwiesen. Sie lebte offensichtlich nicht das Leben, was sie leben wollte – konnte daran jedoch nichts ändern, weil doch soviele von ihr abhängig waren. Sie erlaubte sich zum ersten Mal, an ihren Beruf und ihre Kanzlei als Business und nicht als Hobby zu denken. Wir sprachen über Zielgruppendefinition, Alleinstellungsmerkmale, Businessplan und Unternehmens-Visionen. Als die Schwester abreiste, brach die Anwältin unsere Arbeit ab: sie hatte keine Zeit mehr dafür. Offensichtlich hatte ich ihr in der kurzen Zeit noch nicht begreiflich machen können, dass sie alle Zeit die sie wollte für die ihr wichtigen Sachen haben würde, wenn sie die fünf Prinzipien der „Handcoaching-Methode“ konsequent anwenden würde. Und ich hatte ihr nicht verständlich machen können, dass die beste Sorge für andere diejenige für sich selber ist. Sie versprach sich zu melden, wenn es mal nicht mehr so viel zu tun gibt und sich etwas Zeit finden würde, daran weiter mit CLP zu arbeiten… Sie wissen, wann das sein wird. Nie. Solche Fälle lassen auch mich unzufrieden zurück. Unzufrieden und mit der Frage: Hätte ich etwas tun können, um sie zu halten…


Bleiben Sie dran und lesen Sie im nächsten Beitrag, die Auswertung unserer Abstimmung!

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

PS:

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Deshalb haben sich Juristen coachen lassen… (4)

Im letzten Beitrag haben Sie erfahren, wie eine Juristin ihre Passion gefunden hat und diese in ihren Arbeitsalltag integriert hat.

Doch kann die Passion eines Juristen auch zum Beruf werden? Diese Frage lässt sich zunächst mit einem ganz klaren JA beantworten. Wie ich jedoch in meiner täglichen Arbeit mit Anwälten und Juristen erlebe, heißt dies keinesfalls, dass diese ihre Passion immer auch in einem juristischen Beruf finden.

Soll es das gewesen sein? – dies Frage stellen sich Juristen und Anwälte immer öfter und tragen sich mit dem Gedanken, noch einmal was ganz anderes zu machen. Manche werden gar aufgrund der zum Teil dramtischen Konkurrenz-Situation zwischen den Kanzleien in Ballungsgebieten gezwungen, sich neu zu orientieren – und zwar unabhängig davon, ob sie im Angestelltenverhältnis arbeiten oder selbstständig sind. In der Wirtschaft sieht es zum Teil ähnlich aus. Anwalt und Jurist zu sein ist im letzten Jahrzehnt keinesfalls mehr Garant für finanzielle Sicherheit und zufriedenstellendes Auskommen. Fast 40 % aller Juristen würden denn auch den Beruf nicht noch einmal ergreifen bzw. diesen Beruf nicht ihren Freunden und Kindern empfehlen.

Soweit die ernüchternden Zahlen. Doch was sind die Einzelschicksale hinter diesen Zahlen?

Im Gedächtnis ist mir da vor allem der Fall eines Wirtschaftsjuristen gelieben, der zu mir kam, um mit mir zum Stressmanagement zu arbeiten. Er war als Leiter der Rechtsabteilug eines mittelgroßen Unternehmens beschäftigt und in dieser Funktion bereits seit einigen Jahren tätig. Das Unternehmen war während dieser Zeit gewachsen und damit seine Aufgaben aber auch die Zahl seiner Mitarbeiter. Dies brachte nicht nur ständig neue Anforderungen. Mangels standardisierter Prozesse auf dem Weg dieser radikalen Entwicklung blieb ihm nichts weiter übrig, als zu versuchen, Schritt zu halten. Und natürlich verlief nicht alles sofort planmäßig. Ständige Erreichbarkeit, Überstunden und Wochenenden im Büro waren längst zur Regel geworden. Seit einiger Zeit hatten sich nun erste gesundheitliche Probleme eingestellt: mit Tinitus, Phantomschmerzen, Atemnot und Schlaflosigkeit kämpfte er bereits seit geraumer Zeit. Nun war ein Bandscheibenvorfall dazu gekommen und verlangte massiv Aufmerksamkeit von ihm – mehr, als er sich aufgrund seiner beruflichen Anforderungen leisten konnte und wollte. Deshalb wollte er nun an seinem Streßmanagement arbeiten. Er hatte bereits Erfahrung mit Coaching gesammelt; als Jurist in einem Wirtschaftsunternehmen hatte er sowohl für seine berufliche Entwicklung als auch später für seine Führungsverantwortung mit dem regelmäßig vom Unternehmen beauftragten Coach gearbeitet. Allerdings hatte diese Arbeit in beiden Fällen seine Erwartungen nicht erfüllt: zu wirtschaftlich orientiert waren ihm die Lösungsansätze erschienen. Vielleicht hatte es auch an der der Beauftragung durch seinen Vorgesetzten zugrunde liegenden (vermeintlichen) „hidden agenda“ gelegen oder schlicht an der Chemie zwichen ihm und dem vom Unternehmen ausgesuchten Coach. Dieses ungute Bauchgefühl hatte ihn jedenfalls veranlasst, sich nun selbst nach einem passenden Coach umzusehen und war zu CLP als auf Juristen spezialisiertes Coachingunternehmen gestoßen. Nach nur wenigen Sitzungen änderte sich unsere Thematik jedoch schlagartig: er hatte von heute auf morgen die Kündigung erhalten. Für ihn völlig überraschend galt es nun nicht mehr, den Streß im Unternehmen zu bewältigen. Sein Fokus richtete sich deshalb folgerichtig sofort auf die Suche nach einer neuen Stelle. Allerdings verliefen die ersten Gespräche erfolglos und bereits nach kurzer Zeit erlitt er einen dramtischen Zusammenbruch: Nicht der Tinitus oder der Bandscheibenvorfall und auch später nicht die Kündigung waren der Tiefpunkt gewesen: der Tiefpunkt war nun die Erkenntnis, nicht mehr gebraucht zu werden, dass sich die Räder auch ohne ihn weiterdrehten. Die Anzeichen von „Burn out“ waren unverkennbar. Mit unterstützender ärztlicher Begleitung galt es nun, Gesundheit wieder aufzubauen und grundsätzlich neue, gesunde Verhaltensmuster zu entwickeln. Die Kündigung hatte uns den dazu nötigen Raum verschafft. Gleichwohl hätte es nicht soweit kommen müssen (weder gesundheitlich noch zur Kündigung), wenn denn der Fokus der vorangegangenen Coachings nicht einseitig auf die Bedürfnisse des Unternehmens – des damaligen Auftraggebers – zugeschnitten gewesen wären.

Doch warum hatte der Verust des Arbeitsplatzes und damit das objektive Zurückgehen des Stresspegels zu einer derart dramatischen Verschlimmerung der Symptome geführt? Natürlich löst eine Kündigung auch immer psychisch-emotionalen Streß aus. Doch andererseits hatte er nun keine Meetings, keine e-Mails, keine Telefonate mehr, keine Auseinandersetzugnen mit Mitarbeitern, Vorgesetzten und Untergebenen… Es wurden keine Ansprüche mehr an ihn herangetragen, keine Herausforderungen gestellt. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine derart radikale Änderung des gewohnten Umfeldes, der alltäglichen Abläufe, enormen Stress auslösen kann: lang angewandte Verhaltensmuster greifen plötzlich nicht mehr, es kommt zu einer Wertekollision, oft muss das Selbstverständnis neu definiert werden. Das Ego kämpft verzweifelt um seine Komfortzone – mit Panikattacken und Existenzängsten… Hilfreich war in dieser Situation, dass wir bereits vor dem ultimativen Tiefpunkt begonnen hatten, miteinander zu arbeiten, eine Vertrauensbasis und erste Grundlagen bereits geschaffen worden waren. Darauf konnten wir aufbauen auf dem Weg zur Neuorientierung.

Doch es gibt nicht nur die Fälle, in denen die berufliche Neuorientierung durch äußere Umstäden den Betrofffenen quasi aufgezwungen wird: Mindestens ebenso häufig kommt der Wunsch, „mal etwas anderes zu machen“ eher vom Betroffenen selbst. Dabei begleitet der Gedanke an berufliche Alternativen die Betroffenene manchmal bereits seit Kindertagen oder zumindest seit Studienzeiten. Manchmal werden sie aber auch erst im Laufe einer beruflichen Karriere entwickelt – durch Vorbilder oder geschäftliche Kontakte.

Ich möchte hier das Beispiel eines Juristen anführen, der seit Jahren in einem großen Versicherungsunternehmen beschäftigt war und seitdem stetig die Karriereleiter nach oben stieg. Gleichwohl dachte er oft daran, wie es wohl wäre, sein eigener Chef, also selbstständig zu sein. Ihm ging es dabei nicht darum, eine Kanzei zu eröffnen. Nein, er trug sich seit einiger Zeit mit einer Geschäftsidee. Diese Idee faszinierte ihn. Sie schlich sich in seine Gedanken bei längeren Autofahrten, beim Joggen, aber auch immer öfter während langweiliger Meetings oder ruhiger Phasen am Schreibtisch. Und immer öfter begann er, Informationen dafür zu sammeln, zu recherchieren, Dinge dazu aufzuschreiben. Nun konnte er die Idee nicht mehr ignorieren und als Fantasie abtun. Als die Idee jedoch derart Gestalt annahm, wurde sie für ihn bedrohlich und er entschloss sich, mit CLP zu arbeiten. Das Problem war nämlich: es war nicht so einfach. Er mochte seinen Job bei der Versicherung. Er genoss die Anerkennung und die Privilegien, die mit seiner Position verbunden waren. Und er brauchte die finanzielle Sicherheit, die dieser Job ihm bot. Immerhin war er nicht allein: Er hatte Familie, seine Frau bekam gerade das zweite Kind und sie waren drauf und dran, ein Haus zu kaufen…

Wie Sie sehen, steht manchmal gerade dann, wenn alles „gut zu laufen“ scheint, eine Veränderung an, die alles auf den Kopf stellen kann… In diesen Situationen ist es besonders wichtig, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben, der den juristischen Beruf kennt und über ausreichend eigene Erfahrung verfügt, um durch diesen Prozess der Neuorientierung sicher und erfolgreich zu navigieren.

Bleiben Sie dran und lesen Sie im nächsten Beitrag, wie man auch im juristischen Beruf seine Passion finden kann.

Herzlichst,

Dr. Geertje Tutschka

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